Janus Capital: «Die Antithese zur Wall Street»

Thomas Henauer Janus Capital Group

Als nüchtern und kalkulierbar gilt der Anlagestil der Janus Capital Group in der Branche. Thomas Henauer, Leiter des Büros Zürich, erklärt gegenüber finews.ch, was Sache ist.

Herr Henauer,  Janus Capital Group hat vor gut einem Jahr ein Büro in Zürich eröffnet. Hat sich das bislang gelohnt?

Ja, die institutionellen Anleger hierzulande suchen nach neuen Anlageideen. Und die bieten wir, agieren wir doch weitgehend unabhängig vom Mainstream und gelten als risikobewusst, ehrlich und transparent. Unser kompromissloser fundamentaler Bottom-up-Ansatz hat weltweit viel Anerkennung gefunden.


«Unser Gruppenmitglied Intech gilt als Pionier»


Ausserdem ist Intech seit über 25 Jahren ein wichtiges Mitglied unserer Gruppe. Intech gilt als Pionier von mathematischen Smart-Beta- und Low-Volatility-Strategien im Aktienbereich. Solche Ansätze wecken Interesse, und wir verzeichnen denn auch erfreuliche Mittelzuflüsse.

Was kann Janus Capital dem Kunden mehr bieten als die Konkurrenz? Anders gefragt: Wodurch hebt sich Janus Capital vom Durchschnitt ab?

Janus wurde 1969 weitab von Manhattan in Denver, Colorado, auch heute noch Hauptsitz von Janus, gegründet, quasi als Antithese zu Wallstreet. Der Gründer Tom Bailey wollte, dass seine Analysten sich nicht an den gängigen Informationsquellen orientieren, sondern sich eine eigene, unabhängige Meinung zu den einzelnen Firmen bilden.


«Wir haben eine eigene, unabhängige Researchkultur»


Unter dem Motto «Talking to Management is no Research» entwickelte die Firma ihre eigene, unabhängige Analyse-Kultur. Ein zweiter Pfeiler in der Firmenphilosophie ist ehrliches, risikobewusstes und transparentes Management.

Was ist das Resultat dieser Philosophie?

Wir können damit den Anlegern Aktien- und Fixed Income-Portfolios zur Verfügung stellen, die nicht dem Mainstream entsprechen, einen hohen aktiven Anteil haben und das Potential, Alpha generieren zu können. Diese Outperformance erzielen wir als Bottom-up-Manager typischerweise durch die Titelselektion, die auf unserer eigenen Überzeugung basiert. Die Ehrlichkeit und Transparenz reflektiert sich sehr gut in unseren Fixed-Income-Produkten.


«Ein A4-Blatt reicht uns aus»


Dort können wir auf einem A4-Blatt aufzeigen, wie die Performance erzielt wurde, da wir keine Derivative verwenden. Mit diesem Ansatz konnten wir in verschiedensten Zinszyklen positive Renditen erzielen.

Muss sich Janus Capital mit Blick auf die anstehenden Strukturveränderungen und dem sich abzeichnenden Kostendruck in der Vermögensverwaltung neu ausrichten? 

Das Bundesgerichtsurteil um die Bestandespflegekommissionen und MIFID II werden alle Provider veranlassen, neue so genannte Clean-Fee-Share-Klassen anzubieten. Diese werden preislich zwischen den Retail- und den Institutionellen Klassen liegen. Der Ball liegt nun bei den Vertriebspartnern, wie die Beratungs- beziehungsweise Advisory-Kosten, die bisher durch diese Fondskommissionen gedeckt wurden, neu abgegolten werden können.


«Es wird Preisanpassungen geben»


Auf der institutionellen Seite sehen wir Preisanpassungen auf Grund der Netto-Sollrenditen, welche erzielt werden müssen. Ich gehe aber nicht davon aus, dass diese ins Bodenlose fallen werden. Janus versucht dabei selbstverständlich, mit den Produktkosten marktkonform und kompetitiv zu bleiben.

Welche Kundenkreise spricht Janus Capital an?

Professionelle Finanzintermediäre wie Banken, Versicherungen und unabhängige Vermögensverwalter sowie institutionelle Anleger wie Corporates, Vorsorgeeinrichtungen und Family Offices.

Wo sehen Sie die grösste Herausforderung der institutionellen Anleger?

Die meisten von ihnen müssen mehrheitlich in Obligationen investieren. In diesem Niedrigzinsumfeld wird es aber schwierig, in diesem Teil und somit im ganzen Portfolio die gewünschten Sollrenditen zu erreichen. Aus diesem Grund werden vermehrt besser rentierende Fixed-Income-Alternativen gesucht wie Senior Loans und Insurance Linked Securities oder Low-Volatility-Aktienstrategien.

Wie antworten Sie auf diesen Trend?

Eine Tochtergesellschaft von Janus, Intech, bietet solche risikoeffizienten oder Low-Vol-Aktienstrategien-Strategien an. Der Gründer von Intech, Robert Fernholz, ein ehemaliger Arbeitskollege von Harry Markowitz, lieferte mit der von ihm entwickelten Stochastischen Portfoliotheorie die Basis dazu.


Besser sein dank Ausnutzung der Volatilität


Unter Ausnutzung der Volatilität der Aktien werden Portfolios gestaltet, die effizienter sind als der zugrunde liegende Index. Die Strategien können einen Excess Return bei gleichbleibendem oder tieferen Risiko als der Index erzielen. Zudem bietet die Firma auch Low-Volatility-Strategien an, die das Risiko um bis zu 40 Prozent reduzieren und trotzdem noch die Benchmark outperformen.

Sollte, und so sieht es je länger je mehr aus, der automatische Informationsaustausch kommen – was bedeutet das für Janus Capital?

Ja. Das Thema «automatischer Informationsaustausch» findet im Moment  vor allem in der politischen Diskussion statt und hat sich rechtlich noch nicht materialisiert. Selbstverständlich verfolgen wir diese Entwicklungen sehr genau. Unser Unternehmen hat die Stärke und Flexibilität, das Angebot und Geschäftsmodell in der Schweiz auf das finale Ergebnis auszurichten.

Erhalten Sie «Weisungen», also Direktiven aus Frankfurt und/oder Denver, dem Hauptsitz von Janus Capital International?

Mein direkter Vorgesetzter sitzt in London, und ich habe mit den übergeordneten Stellen einen Business Plan entwickelt, der die Strategie  und das Vorgehen den lokalen Marktverhältnissen angepasst und über einen vernünftigen Zeitraum definiert. In diesem Rahmen entwickle ich das Schweizer Geschäft von Janus.


Thomas Henauer leitet seit April 2012 den Vertrieb der Janus Capital International in der Schweiz. Dazu hat das Unternehmen in Zürich ein Büro eröffnet. In seiner Funktion ist  Henauer zuständig für die Betreuung von Bestands- und Neukunden im Wholesale- und institutionellen Bereich.

Thomas Henauer blickt auf 15 Jahre Vertriebs-, Management- und Marketing-Erfahrung in der Finanzbranche zurück. Zuvor war er Director, Head of Sales Financial Institutions bei Clariden Leu sowie noch früher Director, Head of Sales bei der AIG Privatbank (heute Falcon Private Bank).

 

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Die nächste Blase platzt im Bong
  • Nackfotos für einen Kredit
  • Die Rendite ist weiblich
  • Das sind Trumps Einflüsterer
  • Diese TV-Stars verdienen am meisten
  • Erfindungen, die Leben retten
  • So sehen die Innovations-Labs der Banken aus
mehr

Follow us

Follow finews.ch on Twitter Follow finews.ch on Facebook Follow finews.ch on Google+ Follow finews.ch on LinkedIn Follow finews.ch on Xing Follow finews.ch on Youtube Follow finews.ch on Instagram Follow finews.ch

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Zürcher Bankenverband

News und Einschätzungen zum Zürcher Finanzplatz.

Beiträge lesen

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

SELECTION

Selection

So werden Sie ein guter Chef

Ausgezeichnete Fachkenntnisse reichen nicht. Diese sieben Punkte sind genauso wichtig.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

weitere News