Genfer Mirabaud gibt Privatbanken-Status auf

Die Mirabaud-Gruppe gründet eine Kommandit-Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht und eröffnet eine Bank in Luxemburg.

Dies erlaube der Gruppe, ihre Geschäftsbereiche weiter auszubauen und sich den gegebenen schweizerischen sowie internationalen Marktbedingungen anzupassen, heisst es in einer Mitteilung vom Montagabend.

Dabei bleiben die Beteiligung sowie die Führung der Gruppe weiterhin in den Händen der aktuellen Teilhaber, wie es weiter heisst.

Neue Dachgesellschaft

Innerhalb der neu geschaffenen Kommanditaktiengesellschaft Mirabaud & Cie KAG nach Schweizer Recht wird das Gesellschaftergremium die strategische Stossrichtung sowie die Zielsetzungen der einzelnen Geschäftseinheiten der Gruppe festlegen. Die Gesellschafter werden unbeschränkt haftbar sein für die Verpflichtungen der Kommanditaktiengesellschaft.

Diese Kommanditaktiengesellschaft wird die Dachgesellschaft für alle Unternehmen der Mirabaud-Gruppe in der Schweiz sowie im Ausland sein, einschliesslich Mirabaud & Cie, eine Bank nach schweizerischem Recht, die – mit Zustimmung der Finma – die Rechtsform einer Aktiengesellschaft annehmen wird.

Vor Monaten geplant

Die geplante Änderung der Rechtsform wurde offenbar schon vor mehreren Monaten eingeleitet und hat gemäss weiteren Angaben zum Ziel, die einzelnen Geschäftszweige zu stärken.

Die Umwandlung der 1819 gegründeten Mirabaud & Cie, aktuell eine Kommanditgesellschaft, in eine Aktiengesellschaft Banque Mirabaud & Cie AG wird ab Anfang 2014 wirksam und wird weiterhin durch den aktuellen CEO Antonio Palma geführt.

Neue Bank für Europa-Geschäft

Die neue Bank in Luxemburg, deren Eröffnung ebenfalls auf Anfang 2014 vorgesehen ist, wird in der Vermögensverwaltung der Gruppe in Europa tätig sein und diese Aktivitäten in England, Frankreich und Spanien führen, um die Angebotspalette und die Qualität der Dienstleistungen von Mirabaud in Europa gemäss eigenen Angaben weiter zu verbessern.

Wie erinnerlich hatten im vergangenen Februar bereits die beiden grossen Schweizer Privatbanken, Pictet und Lombard Odier, ihren Privatbanken-Status aufgegeben und die Rechtsform einer Kommanditaktiengesellschaft nach Schweizer Recht angenommen, wie auch finews.ch berichtete.

Fundamentaler Wandel

Mit dem jüngsten Schritt von Mirabaud erfährt die Branche der klassischen Privatbanken eine weitere, fundamentale Veränderung, die letztlich zur Frage führt, ob der Status der unbeschränkt haftenden Gesellschafter einer (alleinstehenden) Bank und von einer gewissen Grösse überhaupt noch in der heutigen Zeit adäquat ist.

Für die Veränderungen dürften nicht nur betriebswirtschaftliche Überlegungen eine Rolle gespielt haben, sondern auch rechtliche, wobei es vor allem um Haftungsfragen und Risiken gegenüber Dritten geht.

Verständlichste Rechtsform

«Unser Bestreben, in der Schweiz und international weiter zu wachsen, sowie strengere regulatorische Anforderungen haben uns veranlasst, der Gruppe eine neue Struktur zu geben, welche die Governance und operationelle Führung klarer und zeitgemässer definiert», erklärt Yves Mirabaud, leitender Gesellschafter.

Und er fügt hinzu: «Für eine Bank ist die Aktiengesellschaft heute die üblichste und von den Kunden, der Öffentlichkeit und den Behörden am besten verstandene Rechtsform.»

Separate juristische Einheiten

Die Kommanditaktiengesellschaft bleibt laut weiteren Informationen im Besitz der sechs derzeitigen Teilhaber. Die drei funktionalen Geschäftsbereiche der Gruppe werden künftig in separaten juristischen Einheiten geführt.

Die Neuorganisation hat gemäss Angaben der Bank keinerlei Einfluss auf die Dienstleistungen, die Geschäftsorganisation oder auf die Mitarbeitenden.

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