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UBS: Merz bringt neue Variante ins Spiel PDF Drucken Diesen Beitrag per E-Mail weiterempfehlen
Dienstag, den 07. Juli 2009 um 17:08 Uhr

Sechs Tage vor Prozessbeginn in Florida sucht Bundespräsident Hans-Rudolf Merz weiter nach einer Option für einen Vergleich der UBS mit der US-Justiz.

Die UBS solle die Steuerschulden jener Kunden begleichen, die mit Hilfe der Grossbank ihre Vermögen vor dem US-Fiskus versteckt hatten, sagte Hans-Rudolf Merz in einem Interview mit «Schweizer Radio DRS». Weiter wies er darauf hin, dass aussergerichtliche Vergleiche in den USA in sehr vielen Fällen üblich seien.

«Und ich rechne eigentlich auch im Fall UBS damit», sagte der Finanzminister. Merz geht davon aus, dass nach dem Verstreichen einer von den US-Behörden angesetzten Frist ein Vergleich mit der UBS angestrebt werde. Dabei würde die Grossbank keine weiteren Kundendaten an die US-Justiz herausrücken. Sondern man würde sagen, anstelle der Kunden, die dem US-Fiskus Mittel vorenthalten hätten, bezahle die Bank das.

Vergleichszahlung verkraftbar

Auf die Frage, ob eine solche Vergleichszahlung für die UBS verkraftbar wäre, verwies Merz auf die jüngste Kapitalerhöhung und sagte, die Grossbank habe damit ihre Eigenmittel wieder etwas gestärkt.

Ein Vergleich und eine Beseitigung der Probleme in den USA würde die UBS auch in eine bessere Situation versetzen, insbesondere gegenüber den institutionellen Anlegern und den Vermögensverwaltungskunden. «Das muss der Bank auch ein gewisser Diskont wert sein», sagte der Bundespräsident.

USA wollen Klage nicht fallen lassen

Die bisherigen Spekulationen über einen Vergleich waren davon ausgegangen, dass die UBS der US-Justiz noch einmal Kundendaten zugänglich macht. So hatte die «New York Times» gestützt auf einen nicht namentlich genannten US-Beamten über die Möglichkeit berichtet, die US-Behörden könnten Unterlagen über Beschwerden von US-Kunden vor Schweizer Gerichten und damit deren Namen erhalten, ohne dass das Bankgeheimnis verletzt würde.

Das US-Justizministerium dementierte aber umgehend Absichten, die Klage unter solchen Umständen fallen zu lassen. Scharf wies es auch die Argumente von UBS und Bundesrat gegen die Klage der Steuerbehörde IRS zurück, mit der die Offenlegung von bis zu 52'000 Konti gefordert wird.

Am kommenden Montag soll vor einem Gericht in Miami die Hauptverhandlung über die Klage gegen die UBS beginnen.

 

 

 

 

 


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Kommentare 

 
#2 2009-07-08 10:08
ich kann Herrn Elmer nur zustimmen. Es geht den USA kaum primär um die entfallenen Steuereinnahmen, sondern eher um an den Steuersündern ein Exempel zu statuieren. Dass die UBS massiv an Strafgeldern bezahlen werden muss, dürfte ausser Frage stehen, aber gemäss Merz' Vorschlag, kämen die US Steuerhinterzieher sogesehen straffrei davon. Macht ja wohl nicht viel Sinn, oder?
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#1 2009-07-08 09:07
Jetzt wird es lächerlich. Nehmen wir an, dass nur die Hälfte der Kunden Steuerhinterziehung betrieb, also 26'000 mit einem durchschnittlichen Vermögen von USD 500'000 was auch realistisch und sehr vorsichtig ist. Es geht dann um ein unversteuertes Vermögen von USD 13 Milliarden. Strafsteuern in Grössenordung von 40 %, was auch vorsichtig ist, dann wären Nachsteuern von USD 5 Milliarden geschuldet.

Herr Bundesrat Merz, Sie sind ein Witzbold! Bitte machen Sie sich nicht lächerlich.

Hinzu kommt, dass gewisse US Kunden noch mit Inhaftierung rechnen muss. Ich denke, UBS-Mitarbeiter werden nicht für Amerikaner ins Gefängnis sitzen.

Die Presse spricht von

Boca Raton resident Steven Michael Rubinstein faces up to three years in prison after pleading guilty on Thursday to charges he hid money in a Swiss bank account maintained by UBS etc.
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