Private Banking in der Schweiz unter Druck

Die Schweizer Banken gehen gelassen ins neue Jahr. Doch sie sehen sich auch Herausforderungen gegenüber. Konsequenzen hat das für die Mitarbeiter.

«Das Private Banking befindet sich in einer Phase der fundamentalen Neupositionierung», sagt Patrick Schwaller, Partner und Leiter des Bankenbarometer Schweiz bei Ernst & Young. Gleichzeitig kämpfe die Sparte mit sinkenden Erträgen und steigenden Kosten.

60 Prozent der für die Studie befragten Banken identifizieren das Private Banking als das Geschäftssegment mit den grössten Herausforderungen und der grössten Wettbewerbsintensität. Im vergangenen Jahr waren es 35 Prozent. Nur noch 10 Prozent sehen im Retail Banking einen besonders starken Wettbewerbsdruck, nach 40 Prozent zuvor.

Konsolidierung erwartet

In Private Banking wird denn auch schon bald mit einer Konsolidierung gerechnet – früher als im Rest der Branche, wo die grosse Mehrheit aber ebenfalls davon ausgeht, dass sich etwas tut. 92 Prozent rechnen bis in spätestens vier Jahren mit Zusammenschlüssen oder Übernahmen.

Risiken sehen die Befragten im Immobilienmarkt. 77  Prozent der befragten Institute ist der Ansicht, dass dieser derzeit zur Blasenbildung neigt und dass sich diese Entwicklung in den letzten Monaten sogar noch weiter verschärft hat. 53 Prozent der Banken gehen daher auch von einer künftig eher restriktiveren Kreditvergabepolitik aus.

Stellenabbau: Das schlimmste vorbei

Was den Stellenabbau angeht, gehen die meisten Institute davon aus, dass das Schlimmste nun vorbei ist. Dennoch bekommen die Mitarbeiter zu spüren, dass ein anderer Wind weht. Die meisten Banken rechnen damit, dass die Gehälter ihrer Mitarbeiter sich verringern.

Doch grundsätzlich sehen die Banken sich auf einem guten Weg. Drei Viertel der Institute sind sogar der Ansicht, dass sie durch die Finanzkrise gestärkt wurden.

Schweizer Finanzsystem weiter gefragt

«Tatsächlich werden gerade in unsicheren Zeiten die sicherheitsrelevanten Merkmale der Schweiz und des Schweizerischen Finanzsystems stark nachgefragt», fasst Patrick Schwaller zusammen.

Die Entwicklung rund um das Bankkundengeheimnis und die Abgeltungssteuer werden von den Banken unterschiedlich beurteilt: Die eine Hälfte der befragten Banken geht von positiven beziehungsweise eher positiven Auswirkungen für den Schweizer Finanzplatz aus, die andere Hälfte rechnet mit negativen Folgen.

Ablehnung des Steuerabkommens positiv

Klarer ist die Einschätzung, was die Ablehnung des Steuerabkommens mit Deutschland betrifft: 72 Prozent der befragten Banken beurteilen das Scheitern als positiv oder eher positiv.

«Dieses erstaunliche Ergebnis ist auch darauf zurückzuführen, dass Umsetzungskosten wegfallen und der sofortige Abfluss von Kundengeldern ausbleibt. Dies gilt vor allem für kleine und mittelgrosse Privatbanken sowie für schwergewichtig national tätige Banken», so Patrick Schwaller.

Zur Studie: Ernst & Young Bankenbarometer 2013

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden.

DAS BESTE IM WEB

Gute Stories und Links aus aller Welt

  • Moskauer Finanzplatz: Ein potemkinsches Dorf
  • Die Briefmarkensammlung der Chefin der US-Notenbank
  • Was sagen die Lehrlinge von Goldman Sachs?
  • Hypo Alpe Adria: Droht jetzt Staatspleite?
  • Paul-McCartney-Haus für ein Schnäppchen verkauft
  • Wer Warren Buffetts Nachfolger wird
  • Fintech: Fluch oder Segen für die Banken?
  • Die EZB druckt ab jetzt 1'140 Milliarden Euro
mehr

JOKE(R)

Karrieretipps von der Nackt-Selfie-Praktikantin

weiterlesen

JobDirectory.ch

Aktuelle Jobangebote von Arbeitgebern der Finanzbranche.

Lohnvergleich

Lohnvergleich

Verdienen Sie genug? Vergleichen Sie doch mal Ihren Lohn.

zum Lohnvergleich

Regulierung

Zürcher Bankenverband

Führende Vertreter der Schweizer Finanzbranche zum Thema Regulierung.

Beiträge lesen

Newsletter

Newsletter-SymbolKostenlos abonnieren

Abonnieren Sie jetzt den finews.ch-Newsletter und Sie erhalten kostenlos 2x wöchentlich die wichtigsten News aus der Schweizer Finanzwelt per E-Mail.

Twitter

Follow us on Twitter:

finews tweets finews.ch tweets

Facebook

Google+

SELECTION

«Die Quartalsergebnisse verfehlten die Erwartungen»

«Wegen der zunehmenden Regulierung»

Es gibt Finanz-Sprüche, die wir dauernd hören ? obwohl sie nichts sagen. Hier einige Highlights.

Selection

Millennials: Die Klientel von morgen

Millennials: Die Klientel von morgen

Wie die Schweizer Banken auch in Zukunft erfolgreich sein können.

Selection

NEWS GANZ KURZ

Avaloq

Das Schweizer Softwareunternehmen ist von den «IBS Sales League Tables» das dritte Jahr in Folge als meistverkaufte Private-Banking-Lösung bewertet worden. IBS ist ein führendes Fachmagazin über Software.

Nationale Suisse

Die zur Helvetia-Gruppe gehörende Nationale Suisse hat das Reiseversicherungsportfolio der belgischen Tochtergesellschaft L'Européenne an Mapfre Asistencia verkauft. Damit sei der angekündigte Rückzug aus dem Direktversicherungsmarkt in Belgien abgeschlossen.

Credit Suisse

Die Grossbank plant für das zweite Quartal 2015 eine Kapitalerhöhung für ihren Immobilienfonds CS Real Estate Fund Interswiss. Der Fonds verwaltet hierzulande über 2 Milliarden an Vermögen und investiert vorab in Geschäftsiliegenschaften und Bauprojekte.

GAM

Der Asset Manager GAM hat die Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren (Principles for Responsible Investment, PRI), die von den Vereinten Nationen unterstützt werden, unterzeichnet.

HSBC

Die Justizbehörden in Venezuela verlangen von der britischen HSBC-Bank eine Liste mit Namen von Staatsbeamten, die ein Konto mit der Schweizer-Tochterfiliale in Genf unterhielten. Die Rede ist von mehreren Milliarden Dollar.

Royal Bank of Scotland

Das britische Finanzinstitut hat 2014 einen Verlust von 3,5 Milliarden Pfund erlitten. Grund waren Abschreiber und Rückstellungen für Rechtsfälle. Die RBS kündigte eine massive Schrumpfung ihrer Investmentbank an und will sich aus 25 Märkten zurückziehen. Zum Verkaufsprozess von Coutts International machte RBS keine näheren Angaben.

Morgan Stanley

Die US-Bank zahlt 2,6 Milliarden Dollar an das US-Justizministerium und beendet damit die Untersuchung im Zusammenhang mit dem Geschäft mit hypothekenbesicherten Anleihen. Die Bank hat für die Zahlung bereits 2014 Rückstellungen getätigt, sodass das Ergebnis nicht beeinträchtigt wird.

Commerzbank

Am Hauptquartier der Grossbank in Frankfurt führten Steuerfahnder eine Grossrazzia durch. Über eine Commerzbank-Tochter aus Luxemburg und der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in Panama soll hunderte Deutsche Steuern hinterzogen haben, so der Verdacht der Behörden.

Finma

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma hat im Jahr 2014 zur Durchsetzung des Finanzmarktaufsichtsrechts insgesamt 673 Vorabklärungen durchgeführt und 59 Verfahren abgeschlossen. Zudem hat sie 479 Amtshilfegesuche ausländischer Aufsichtsbehörden erledigt.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank und Hewlett-Packard (HP) haben eine Vereinbarung über mehrere Milliarden Dollar unterzeichnet. Der Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren sieht die Modernisierung der globalen IT der Deutschen Bank durch HP vor. Die Vereinbarung hat zugleich die deutliche Senkung der weltweiten IT-Infrastrukturkosten der Bank zum Ziel.

Outsourcing

SunGard, ein Anbieter von Software und Technologie für die Finanzindustrie, ist eine Kooperation mit der Schweizer InCore Bank eingegangen. Die Zusammenarbeit umfasst eine Palette professioneller Geschäftsdienstleistungen für Privatbanken und Effektenhändler, darunter Makler- und Verwahrungsdienste. Die Zusammenarbeit wird gemäss weiteren Angaben Schweizer Privatbanken eine neue Plattform für das Outsourcing von Geschäftsprozessen bieten.

weitere News