Die Experten von HSBC Trinkaus und HSBC Global AM raten Investoren, jede Schwäche im Zuge der Fiskaldiskussion in den USA zu nutzen, um ihre Aktienposition aufzustocken.

Glaubt man den Einschätzungen von Christian Heger, Chief Investment Officer bei HSBC Global Asset Management, dann dürfte 2013 das Jahr der Aktie werden – vorausgesetzt, dass keine Rezession eintritt und dass die Notenbanken der Wirtschaft keine Liquidität entziehen, womit er aber nicht rechnet. So lautet das Fazit der Medienkonferenz «Konjunktur und Märkte 2013» vom Dienstag.

«Die Bewertung liegt an den meisten Börsenplätzen noch immer nahe des historischen Durchschnitts», sagt Heger, «und viele Dividendenrenditen übersteigen die Renditen von Anleihen derselben Unternehmen». Er betont, dass die Dividendenrenditen selbst in einigen Emerging Markets höher als die korrespondierenden Verzinsungen der Staatsanleihen liegen. «Anleger sollten jede Schwäche im Zuge der Fiskaldiskussion in den USA nutzen, um ihre Aktienposition aufzustocken», rät der Chief Investment Officer.

Emerging Markets mit Zuwächsen zwischen 10 und 15 Prozent

Bei den Aktien zählen Euroland sowie die Emerging Markets Brasilien, China und Indien zu seinen Favoriten. Auch wenn sich sein Kursziel für den Dax-Index mit 8'200 Punkten nicht allzu euphorisch anhöre, werde die erwartete Jahresperformance von knapp acht Prozent doch die der meisten zinstragenden Assets deutlich übertreffen.

Für den Euro Stoxx 50 rechnet er mit einem Plus von rund zehn Prozent, für die Marktbarometer in den Emerging Markets China und Brasilien mit Zuwächsen zwischen zehn und 15 Prozent, fasst das Branchenportal «Foonds» die Erkenntnisse der Medienkonferenz zusammen.

«Im Segment der festverzinslichen Wertpapiere sind Unternehmensanleihen knapp auf oder knapp unterhalb der Grenze zum Investment Grade sowie lokale Währungsanleihen aus den Emerging Markets attraktiv», so Heger. Seiner Ansicht nach werden Unternehmensanleihen auch 2013 mehr Potenzial als Staatsanleihen bieten.

«Bei Investment-Grade-Anlagen bewegen sich die Renditeabstände noch nahe der historischen Durchschnitte, und die Stabilisierung der Weltwirtschaft begrenzt das Risiko», erläutert der Chief Investment Officer seine Empfehlung. Allerdings seien Anleihen mit guter Bonität in absoluter Rechnung wenig attraktiv. Bei Renditen von unter zwei Prozent sorge bereits ein kleiner Zinsanstieg für Verluste.

Segment Emerging Markets Local Debt ist attraktiv

Mit Blick auf Anleihen in den Emerging Markets wird die zu erwartende Konjunkturerholung und die erhöhte Risikoneigung seiner Meinung nach den lokalen Währungen zu einer erneuten Erholung gegenüber Euro und Dollar verhelfen. Heger: «Anleger sollten daher in diesem Jahr vor allem das Segment Emerging Markets Local Debt in den Mittelpunkt rücken». Von kurzfristigen Zinsanlagen und langlaufenden Anleihen aus Deutschland rät er indessen ab. In diesen Segmenten erwartet er für 2013 ein reales Minus.