So sehen es Jürg Zeltner und Hans-Ulrich Meister

Die Wealth-Management-Chefs der beiden Grossbanken sagen, was die entscheidenden Trends in der Branche sind – und was die aktuellen Wünsche ihrer Kunden.

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Und zwar tun sie dies im Rahmen des «Private Banking CEO Roundtable» von «Euromoney». Das britische Fachmagazin stellte dabei den Chefs der grössten Vermögensverwaltungs-Häuser reihum einige Kernfragen – zum Geschäft, zum Kundenverhalten, zu den Aussichten. Mit dabei waren etwa die Wealth-Management-Chefs von J. P. Morgan (Phil Di Iorio), Santander (Luis Moreno), BNP Paribas (Vincent Lecomte), Citi (Jane Fraser), Goldman Sachs (Tucker York) oder der CEO der HSBC Private Bank, Peter Boyles.

Sowie eben: Jürg Zeltner von UBS (Bild links) sowie Hans-Ulrich Meister von Credit Suisse (rechts).

Einig waren sich die Schweizer bei der Frage, was die grössten Herausforderungen des letzten Jahres waren: Zeltner wie Meister sprachen die Verunsicherungen bei den Anlegern an, und beide verwiesen auf die steigenden Anforderungen der Regulierung.

Auf die Frage: Welche Anlageklassen waren für Ihre Kunden letztes Jahr am erfolgreichsten? erwähnte Jürg Zeltner die steigende Nachfrage nach Obligationenfonds, und dabei insbesondere nach High-Yield-Unternehmensfonds (was nebenbei der UBS-Politik entspreche, welche Firmenanleihen gegenüber Staatsbonds übergewichte). Derzeit spürt Zeltner insbesondere ein wachsendes Interesse an Emerging-Markets-Firmenanleihen.

Auch Hans-Ulrich Meister erwähnt die gestiegene Attraktivität von Fixed-Income-Segmenten wie High-Yield- und Emerging-Markets-Bonds. Und natürlich seien auch Realwerte wie Aktien, Immobilien und Gold gut gelaufen.

Was wird für Ihre Kunden 2013 wichtig? Bei dieser Frage verweist Jürg Zeltner auf die unsicheren Märkte. Dies habe zur Folge, dass die Qualität der Anlagevorschläge und der Beratung zu einem immer entscheidenderen Unterscheidungsmerkmal für die Banken werde. Und Kunden ohne Vermögensverwaltungsmandat, so der UBS-Manager weiter, sähen sich gezwungen, ihre Portfolios regelmässiger zu überprüfen.

Hans Ulrich Meister nennt als wichtigen Trend die anhaltende Verschiebung zu den Emerging Markets. Interessant werde 2013 auch, weil die unternehmerische Aktivität lebhafter ausfallen dürfte, was höhere Wachstumsraten verspricht. Und, so ein weiterer Hinweis: Die Kunden suchten auch verstärkt nach Möglichkeiten, philanthropisch tätig zu werden.

Die grosse Perspektive öffnet eine letzte Frage im «CEO-Roundtable»: «Wie hat sich die Wealth-Management-Branche in den letzten zehn Jahren verändert?»

Dazu bemerkt Jürg Zeltner, dass die Märkte heute weniger voraussehbar sind, und weiter: «Buy-and-Hold ist kaum noch eine Option. Es gibt mehr Regulierung, vor allem im länderübergreifenden Geschäft. Die entsprechenden Compliance-Anforderungen haben sich vermehrt, so dass nicht mehr jede Bank sie erfüllen kann. Konsolidierung ist eine Folge davon.»

Eine andere Konsequenz laut Zeltner: höhere Eintrittsbarrieren. Verändert hätten sich auch die Kunden: Sie seien besser informiert, und sie denken heute globaler. Und folglich müssten die Banken ihnen vermehrt Zugang zu Know-how aus allen Ländern bieten. Eine weitere Verschiebung: Kundenberater von heute seien besser ausgebildet als ihre Kollegen vor zehn Jahren.

Auch CS-Manager-Meister erwähnt derartige Punkte – so das neue ökonomische und regulatorische Umfeld, die neuen Kundenanforderungen, aber auch neue Organisationsmodelle. Und so laute die wahre Frage heute: «Wie stellen wir im Rahmen dieser Zwänge Wachstumsmöglichkeiten sicher?»

Dabei gebe sicher keine magic bullet, keine Wunderpille. Aber sicher ist für Meister, dass das traditionelle Banking-Geschäft sich verändern wird. Die Firmen müssten herausarbeiten, welches Modell für welchen Markt passt. Und so werde es beispielsweise denkbar, dass eine Bank zum Schluss kommt, dass es unter den gegebenen regulatorischen Bedingungen unmöglich ist, gewisse Geschäfte porfitabel zu betreiben.

Solche Abwägungen – so Meister – gelten für alle, für globale Universalbanken, Privatbanken, Boutiquen, aber auch Regional- und Lokalbanken.

• Private Banking CEO roundtable: Between crisis and recovery, «Euromoney», Februar 2013-02-12

Die UBS wurde beim «Euromoney Private Banking Survey 2013» mit dem Titel «Best Private Bank Globally» ausgezeichnet. Der Euromoney Survey stützt sich auf eine gegenseitige Beurteilung von rund 380 Finanzinstituten weltweit. UBS hatte diesen Award zuletzt im Jahr 2009 gewonnen. Neben dem globalen Award wurde UBS uauch als beste Bank für Private Banking Services in der Schweiz, in Asien und in Westeuropa ausgezeichnet.


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