Die grossen Baustellen im Retail-Banking

Der «World Retail Banking Report» 2013 ist erschienen. Die Problemzonen: Kundennähe, Innovationskraft und der Graben zwischen traditionellem und mobilem Banking.

Weltweit hat der Capgemini Consumer Experience Index, der die Kundenzufriedenheit bei Retail-Banken misst, im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent zugelegt.

In der Schweiz stieg der Index im Vorjahresvergleich um 1,9 Prozent, oder anders formuliert: Exakt 75,6 Prozent der befragten Retailbanking-Kunden äusserten sich hier zufrieden mit ihrer Hausbank.

Damit ist die Schweiz gerade noch unter den Top Ten. An der Spitze der Zufriedenheits-Rangliste landeten die Banken in Kanada mit einem Wert von 80,7 Prozent respektive in den USA mit 79,5 Prozent.

Retail-Banken Kundenzufriedenheit 2013

 

Die Daten werden traditionellerweise von der Beratungsfirma Capgemini und dem Retailbanking-Verband Efma erhoben. Die Autoren sehen denn auch trotz der etwas positiveren Kundennoten noch allerlei Verbesserungspotenzial im Retail-Banking. Problemfelder sind:

Austauschbarkeit: Eines der grössten Probleme der Retail-Banken sei, dass sie sich die einzelnen Finanzinstitute immer näher kommen und sich nicht mehr von der Konkurrenz unterscheiden.

Innovationsschwäche: Gerade dieses «More of the same» habe zur Folge, dass nur noch wenige Banken innovative neue Produkte für ihre Kunden entwickeln würden.

Kundenferne: Zudem habe der persönliche Zugang zu den Kunden weiter an Stellenwert verloren. Weil viele Retailkunden nicht mehr die Filiale als klassische Anlaufstelle zum Kontakt mir ihrer Bank benutzen, sondern auf andere Vertriebskanäle benutzen, seien die Retail-Banken generell weniger persönlich und auf die Bedürfnisse des einzelnen Kunden ausgerichtet.

Mobile-Banking: Vor allem junge Kunden könnten über Mobile-Banking-Dienstleistungen an Land gezogen werden, heisst es in der Studie weiter. Für die jüngeren Generationen sei die Qualität der Mobile-Banking-Applikationen ein Grund zu einer Bank zu gehen oder eben diese zu verlassen.

Zudem sind die Jungen derzeit mit den erhältlichen Mobile-Banking-Applikationen weniger zufrieden als ältere Bankkunden.

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NEWS GANZ KURZ

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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