Deutsche Bank: Kundenberater sollen nicht mehr abzocken

Die Deutsche Bank fordert von ihren Beratern künftig keine Ertragsmaximierung mehr. Das sagt Jürgen Fitschen, Co-Chef des grössten deutschen Geldhauses.

«Kein Mitarbeiter soll sagen können: 'Die erwarten von mir ja immer noch, dass ich den Ertrag maximiere.' Nein, das tun wir nicht», sagt Jürgen Fitschen (Bild) gegenüber dem Wirtschaftsmagazin «brand eins» (Septemberausgabe).

Künftig sollen die Kunden im Mittelpunkt der Beratung stehen: «Wir verpflichten uns, dem Kunden anzubieten, was seinen Interessen am besten gerecht wird.» Fitschen kündigt an, die Umstellung zügig voranzutreiben. «Zum Ende dieses Jahres wird es in der Bank niemanden mehr geben, der nicht persönlich vom Kulturwandel berührt worden ist», so der Deutsche-Bank-Co-Chef.

Noch wenig Honorarberatung

Veränderungsbedarf sieht Fitschen unter anderem bei der Beratung von Privatkunden. Im Gespräch stellte er das provisionsbasierte Modell in Frage. Es wird auch von Verbraucherschützern und Aufsehern kritisiert, weil es zum Verkauf ungeeigneter Produkte verleite. Stattdessen fordern sie die Einführung von Beratung gegen Honorar.

Fitschen weist darauf hin, dass die Honorarberatung bislang nur von wenigen Kunden angenommen werde. «Dennoch ist es ein Thema, dem wir uns stellen müssen, denn mit dem Provisionsmodell werden bei den Kunden immer Vorbehalte bleiben», so Fitschen.

Nicht nur über hohe Margen freuen

Bei der Kundenberatung will Fitschen das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen. Als Beispiel führte er die Diskussion um hohe Überziehungszinsen bei Dispokrediten an. «Wenn ein Kunde seinen Dispokredit voll ausschöpft, zahlt er hohe Zinsen. Als Bank darf man sich in dem Fall nicht über die hohe Marge freuen, sondern muss ihm eine Alternative bieten, einen Konsumentenkredit etwa, der günstiger ist», so Fitschen.

Fitschen betont auch, dass die Deutsche Bank ihr Geschäft mit Mittelständlern ausbauen wolle. Kritisch sieht er jedoch den starken Wettbewerb unter den Banken um diese Kundengruppe. «Das ist erst einmal gut für den Kunden», so Fitschen. «Aber die Bundesbank sorgt sich bereits, dass der Wettbewerb um Mittelständler so intensiv ist, dass es den Banken nicht gelingt, mit dieser Kundengruppe ein erfolgreiches Geschäftsmodell auf die Beine zu stellen. Recht hat sie.»

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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