ZKB: Die Folgen der Systemrelevanz

Die Zürcher Kantonalbank ist seit 1. November 2013 systemrelevant. Ausschlaggebend für diese Einstufung sei die bedeutende Rolle der Bank im inländischen Einlagen- und Kreditgeschäft, wie das Staatsinstitut am Montagnachmittag mitteilte. 

Mit Verfügung vom 1. November 2013 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Systemrelevanz der Zürcher Kantonalbank (ZKB) festgestellt, wie bereits am Montagmorgen mitgeteilt wurde.

Diese Rolle ergebe sich aus den grossen Marktanteilen der ZKB im Kanton Zürich, wie die Vertreter des Staatsanstituts an einer Pressekonferenz am Montagnachmittag in Zürich erklärten. Weitere Informationen folgen nach der Veranstaltung.

Verschärfte Anforderungen

Die Zürcher Kantonalbank muss als systemrelevante Bank strengere Anforderungen betreffend Eigenmittel und Liquiditätspuffer erfüllen. Sie geht davon aus, die zukünftigen Mindestanforderungen bereits heute zu erreichen. Zudem wird die Erstellung eines Notfallplans zur Sicherstellung systemrelevanter Funktionen gefordert.

Gesamtschweizerisch weist die ZKB im systemrelevanten Einlagen- und Kreditgeschäft Marktanteile von 6 bis 8 Prozent auf und zählt damit zu den bedeutendsten Banken der Schweiz. Im Kanton Zürich liegen die Marktanteile im Einlagen- (35 bis 40 Prozent) und Kreditgeschäft (30 bis 35 Prozent) deutlich höher, was in Anbetracht der wirtschaftlichen Bedeutung des Kantons für die Systemrelevanz der Bank ebenfalls wichtig ist.

Neue Vorschriften

Durch diese geografische Konzentration verstärkt sich die Systemrelevanz. Bei der Zürcher Kantonalbank sind 98 Prozent der Kreditnehmer respektive des Kreditvolumens des Realsektors dem Inland zuzurechnen. Zum Realsektor zählen Unternehmen und Privathaushalte.

Durch die Qualifizierung der Systemrelevanz der ZKB steigen die Anforderungen an die Eigenmittel und die Liquidität. Die entsprechenden neuen Vorschriften wird die Finma nach dem Grad der Systemrelevanz festlegen, wie es weiter heisst.

«In einer komfortablen Lage»

Die Eigenmittelzielgrösse liegt aktuell bei 13,6 Prozent und erhöht sich per 2016 voraussichtlich nur moderat. Da die Zürcher Kantonalbank per 30. Juni 2013 eine Eigenmittelquote (Tier-1-Ratio) von 14,9 Prozent erzielt hat, gehen die ZKB-Verantwortlichen davon aus, die zukünftigen Vorgaben bereits heute zu erfüllen.

Im Bereich der Liquidität erwartet die Zürcher Kantonalbank eine markante Verschärfung der Vorgaben. Die Zürcher Kantonalbank befindet sich auch hier gemäss eigenen Angaben «in einer komfortablen Lage», erfüllt sie doch die zukünftigen Bestimmungen von Basel III, welche bis ins 2018 eingeführt werden, schon heute.

Notfallplan wird nötig

Auf Grund des verstärkten Aufbaus der Liquidität in den letzten Jahren müssen also voraussichtlich keine Anpassungen vorgenommen werden.

Schliesslich hat die Zürcher Kantonalbank einen Notfallplan zu erstellen, der die Vorkehrungen für die Weiterführung systemrelevanter Funktionen nachweist. Für die Überwachung des Notfallplans ist die Finma zuständig. Inhalt und Zeitrahmen sind noch offen.

Staatsgarantie bleibt unangetastet

Die Qualifizierung der Systemrelevanz der Zürcher Kantonalbank hat auf die Staatsgarantie der Bank keine Auswirkungen, wie die Verantwortlichen am Montag betonten.

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