ZKB: USA-Steuerproblematik hat nichts mit SNB-Entscheid zu tun

Dass die Zürcher Kantonalbank nun als systemrelevantes Institut gilt, hat nichts mit dem Ausland zu tun. Ihre starke Inlandposition macht sie dazu.

Dass die SNB die Zürcher Kantonalbank per 1. November als systemrelevantes Institut einstufte, «hat weder etwas mit dem Ausland, sprich US-Steuerproblematik, noch mit dem Investmentbanking zu tun,» sagte CEO Martin Scholl anlässlich einer Pressekonferenz.

Die Bank gehe davon aus, dass sie eine allfällige Busse zur Lösung der US-Steuerproblematik aus dem operativen Geschäft werde berappen können, so Scholl weiter.

Verfügung ist logischer Schritt in der Bewältigung der Too-big-too-fail Problmatik

Die Verfügung der SNB ist gemäss dem ZKB-Management ein logischer Schritt in der regulatorischen Aufarbeitung der «Too-big-Too-fail-Problematik». In einem ersten Schritt seien die Vorgaben des Basler Ausschusses für die systemrelevanten globalen Banken festgelegt worden. Nun kämen einfach die Bestimmungen für nationale systemrelevante Institute zur Anwendung, erklärte CFO Rudolf Sigg.

«Für uns kam dieser Schritt deshalb nicht überraschend», ergänzte Scholl. Es sei vorstellbar, dass weitere Institute als Systemrelevant eingestuft würden. Dazu dürften laut «NZZ» etwa die Raiffeisen-gruppe und PostFinance gehören.

Starke Marktposition im Einlagen- und Kreditgeschäft

Die Systemrelevanz der Zürcher Kantonalbank leitet sich einerseits aufgrund Marktposition im Einlagen- und Kreditgeschäft und andererseits aus der Konzentration auf den für die Schweiz wichtigen Standort Zürich ab. Im Einlagen- und Kreditgeschäft verfügt die ZKB schweizweit über einen Markanteil von jeweils zwischen 6 und 8 Prozent, im Heimkanton sind es gar zwischen 30 und 40 Prozent.

Das Bruttoinlandprodukt des Kantons Zürichs wiederum macht über 20 Prozent des gesamtschweizerischen BIP aus. In der Kombination führt dies zu einer inländischen Systemrelevanz sagte Janos Blum, Vizepräsident des Bankrates.

Vorgaben bezüglich Eigenmittelquote erfüllt

Die höheren Anforderungen an die Eigenmittel und die Liquidität, die für eine systemrelevante Bank gelten, glaubt die ZKB schon jetzt erfüllen zu können. Noch liege keine Verfügung der Finma vor, die für die konkreten Anwendungen zuständig ist.

Die Bank geht aber davon aus, dass die Vorschriften für die Eigenmittelquote von derzeit 13,6 Prozent auf 14 Prozent erhöht werden. Per Ende Juni 2013 wies die Bank bereites eine Tier-1-Ratio von 14,9 Prozent aus.

Notfallplan als Knacknuss

Als Knacknuss bezeichnete Blum indes die Erstellung eines Notfallplans, der die Abspaltung inländische systemrelevanter Funktionen zur Vermeidung der Insolvenz vorsieht. Da 98 Prozent des Kredit- und Einlagengeschäfts mit Privaten und Firmen bei der ZKB bereits inländisch sind , können diese nicht durch eine Landesgesellschaft nach dem Vorbild der UBS abgetrennt werden.

Diesen Punkt will die ZKB nun mit der Finma in konstruktiven Gesprächen abklären. Wie lange diese Gespräche dauern werden, sei noch offen.

Die Bank geht derzeit aber davon aus, dass die Bestimmungen bezüglich der Kapitalquote bereits vor 2016 in kraft treten werden,

Immobillienverkäufe stehen nicht im Zusammenhang

Im weiteren erklärte Scholl, dass die jüngst getätigten Immobilienverkäufe nicht im Zusammenhang mit der Beschaffung von Kapital stehen würden. «Wir haben uns lediglich von Liegenschaften getrennt, die wir für unser operatives Geschäft nicht mehr benötigten», sagte Scholl weiter.

Bis auf den Gasthofs Guldenen auf der Forch habe die ZKB alle Liegenschaften, von denen sie sich trennen wollte, verkauf, ergänzte ein Sprecher im Gespräch mit finews.ch.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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