CS-Schweiz-Chef: «Nicht gegen neue Regeln»

Mit einer Interview-Offensive macht Hans-Ulrich Meister auf die Bedeutung der Grossbanken für die Schweiz aufmerksam. Ein Kreditklemme verneint er.

meister_hans-ulrich55 Prozent aller ungesicherten Kredite im KMU-Sektor sprechen die Grossbanken. Die von Swissmem-Vorstandsmitglied Ulf Berg lancierten Vorwürfe des Entlassungszwangs als Bedingung für die Kreditvergabe, seien falsch, sagte Hans-Ulrich Miester der Neuen Luzerner Zeitung. Von einer Kreditverknappung könne zurezit nicht die Rede sein. Die Credit Suisse habe das Kreditvolumen gar erhöht. Bereits vor zwei Wochen hatte Meister seine Meinung zur Systemrelevanz der Grossbanken gegenüber dem «Tagesanzeiger» geäussert (finews.ch berichtete darüber).

Kriterien für Kreditvergabe bleiben gleich

Meister betont, dass über die Hälfte des BIP in der Schweiz durch den Exportsektor produziert wird. KMU in diesem Bereich wiederum beschäftigen Angestellte im Ausland und benötigen daher eine Bank, welche sie auch dorthin begleitet. Hierfür kämen, laut Meister, hauptsächlich die Grossbanken zum Zuge, da diese auch über die nötige Infrastruktur verfügen.

Die KMU sind also abhängig von den Grossbanken. Dass sich deren Kriterien für die Kreditvergabe geändert haben, bestreitet Meister. «Wir schauen die harten Zahlen an, das Management und die Märkte», sagt er weiter. Einige Unternehmen würden daher härter beurteilt. An den Grundkriterien ändert sich jedoch nichts. Auch würde man sich Eingriffe ins Management nicht anmassen. Zudem kaufe die Credit Suisse jährlich für 2,3 Milliarden Franken bei den KMU ein und sei unter diesem Gesichtspunkt wichtig für die Unternehmen.

Aufspaltung unmöglich

Gegenüber neuen Regeln für die Banken zeigt sich Meister kritisch. Neue Vorschriften seien unvermeidlich. Man sei bereit, neue Richtlinien einzuhalten, jedoch nur solange «keine einseitigen Wettbewerbsnachteile für die Schweizer Banken entstehen». Meister wünscht sich ein international gültiges Konkursrecht, was aus der heutigen Sicht etwas gar utopisch klingt.

Eine Aufteilung der Grossbanken ist laut Meister nicht realisierbar. Gemäss den Vorderungen aus der Politik könnte man so unrentable Teilbereich unabhängig von der Muttergesellschaft Konkurs gehen lassen. Einem Präzendezfall folgend, sei dies so jedoch nicht möglich, sagt Meister.

Schweizer Finanzplatz ist stabil – auch ohne Bankgeheimnis

Die Aussichten beurteilt Meister ungeachtet der Debatte ums Bankgeheimnis optimistisch. Die Stärke des Schweizer Finanzplatzes liege in seiner Expertise und Tradition. Daher habe man bei der Credit Suisse bisher auch keinen nennenswerten Abfluss an Kundengelder verspürt. Stabilität, gute Infrastruktur und gut ausgebildete Mitarbeiter geben dem Standort Schweiz weitere Vorteile, betonte Meister.

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NEWS GANZ KURZ

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

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