Auslandsbanken neigen zu Kategorie 2

Die US-Steuerproblematik belastet auch die Auslandsbanken in der Schweiz massiv – und das dürfte noch lange so bleiben. Mit Folgen für die gesamte Struktur.

Bisher gaben von den in der Schweiz aktiven Auslandsbanken lediglich die Cembra Money Bank und die VP Bank ihre Teilnahme am US-Programm zur Lösung des Steuerproblems bekannt. Andere Banken hüllten sich dagegen in Schweigen.

«Ich gehe davon aus, dass von den Instituten, die nicht schon in der Kategorie 1 sind, rund 50 Institute für die Kategorie 2 angemeldet haben», sagte nun Martin Maurer, Geschäftsführer des Verbands der Auslandsbanken in der Schweiz, im Rahmen einer Medienveranstaltung. Vom Rest der etwas mehr als 100 im Verband angeschlossenen Banken dürften sich viele für die Kategorie 3 entschieden haben, ergänzte er.

«Frühestens im kommenden Jahr»

Allerdings dürften jene Banken, die sich für die Kategorie 2 entschieden haben, in ihrem Schreiben den Vorbehalt auf eine spätere Verschiebung in die Kategorie 3 ausbedungen haben, so Maurer weiter. Sie wiesen also darauf hin, dass sie nicht gegen Gesetze verstossen und auch nie aktiv US-Kunden systematisch akquiriert hätten.

Wegen der personellen Knappheit bei den zuständigen US-Behörden rechnet Mauer nicht mit einem raschen Abschluss der Problematik: «frühestens im kommenden Jahr», meinte er.

Maurer geht davon aus, dass zuerst die Banken der Kategorie 1 abgearbeitet werden, bevor sich die Behörden mit den restlichen Banken beschäftigen werden. Ob dies aber wirklich der Fall sein werde, dafür gebe es aber keine offiziellen Hinweise. Von den Auslandsbanken in der Schweiz befinden sich bekanntlich fünf Institute in der Kategorie 1: HSBC Schweiz, LLB Schweiz, Bank Leumi, Bank Hapoalim, Bank Mizrahi.

Weshalb die Konsolidierung auf sich warten lässt

Die noch nicht abgearbeitete Steuerproblematik ist nach Maurers Ansicht auch einer der Gründe, weshalb der vielbeschworene Konsolidierungsprozess in der hiesigen Bankenbranche bisher nicht so richtig in die Gänge gekommen ist. Derzeit wolle niemand eine Bank erwerben, von der man nicht wisse, ob sie nicht noch in Sachen Steuerhinterziehung verfolgt werde.

Erst wenn der Finanzplatz Schweiz sich vollständig auf versteuerte Gelder umgestellt habe, werde der Konsolidierungsprozess in Bewegung kommen. «Dann gibt es im Gegensatz zu heute wieder einen Preis für potenzielle Übernahmekandidaten», so Maurer.

Wie viele andere Banker ist Maurer der Ansicht, dass sich der Schweizer Finanzplatz intensiver Gedanken darüber machen sollte, wie er sich denn in einem Umfeld der versteuerten Kundengelder positionieren will.

Etwas für das Image

Maurer bringt nun eine neue Idee in die Diskussion ein. Seiner Ansicht nach bietet sich Wachstumspotential bei den «Strukturen», also bei juristischen Vehikeln wie Stiftungen, Trusts oder Family Offices, mit denen Familienmitglieder ihre Vermögensituation strukturieren. Allerdings gelte es, hier einen neuen Brand zu schaffen, da der Begriff Strukturen im Zusammenhang mit der Steuerdiskussion in Verruf geraten ist.

Maurer ist überzeugt, dass in Zukunft nur noch die sehr vermögenden Kunden für das Private Banking interessant sind. Diese zumeist international ausgerichtete Kundschaft nutze aus den verschiedensten Motiven Strukturen für ihre Vermögensverwaltung. Die Schweiz mit ihrem vielseitigen Angebot an Produkten und Dienstleistungen könnte, so Maurer, diesen Kunden als eine Art Hub dienen.

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