Wie Bob McCann die Woche in Angriff nimmt

Mittlerweile zählt Robert «Bob» McCann zu den einflussreichsten Personen in der US-Finanzbranche. Am Wochenende schaltet er aber ab. Doch die UBS und Baseball bleiben auf seinem Radar.

Robert «Bob» McCann (Bild) ist bei der UBS seit Oktober 2009 CEO des Unternehmensbereichs Wealth Management Americas und Mitglied der Konzernleitung. Ausserdem ist er seit Dezember 2011 CEO der Division UBS Group Americas (Hier sein Profil).

Unlängst wurde der Amerikaner mit irischen Wurzeln zusammen mit US-Vizepräsident Joe Biden für seine Verdienste im Zusammenhang mit seiner Ur-Heimat ganz besonders geehrt.

Und unlängst wählte ihn die Leserschaft des US-Finanzportals WealthManagement.com zu einem der einflussreichsten Personen im Vermögensverwaltungsgeschäft. Umso mehr interessiert es, wie McCann am Wochenende abschaltet. Hier ein paar Aussagen, die der UBS-Banker gegenüber WealthManagement.com kürzlich zu Protokoll gab.

Wer kontrolliert wen?

«Einen der besten Ratschläge, den ich früh in meiner Karriere erhielt, war folgender» sagt McCann: «Kontrolliere Deinen Terminkalender, sonst kontrolliert er Dich.» Darum verbringt der UBS-Banker am Wochenende eine beträchtliche Zeit damit, sich auf seine Meetings und Verpflichtungen in den folgenden Wochen und Monaten einzustellen. Vor allem auf das, was in den nächsten 14 Tagen erwartet, wie er sagt.

Das führt McCann zwangsläufig dazu, wie er selber sagt, eine Menge zu lesen: Briefings und Informationen, vor allem über Leute, die er demnächst trifft. Ausserdem ist es ihm ein Gräuel, wenn er über die Themen, die er zu besprechen hat, schlecht informiert ist. Daher fällt nochmals eine Portion Lesen an.

Alles fängt mit dem iPad an

Weil er seine Berufskarriere ursprünglich als Wertschriftenhändler begann, kommt er auch heute nicht umhin, seinen Tag mit dem Aufschalten von «Bloomberg» – mittlerweile auf dem iPad – zu starten, wie er einräumt. Dann liest er, was an den asiatischen und europäischen Märkten bereits gelaufen ist. «Dabei lege ich grossen Wert auf die Entwicklung der Aktien- und Obligationen-Futures, um daraus Rückschlüsse für den amerikanischen Markt zu ziehen.»

Später liest er online die Nachrichten und versucht sich ein Bild davon zu machen, was den Markt noch zusätzlich beeinflussen könnte. Das, sagt McCann, sei ihm wichtig, um sich auch vor den Kunden und Investoren nicht zu blamieren. Insofern ist der Tagesbeginn vom höchsten UBS-Banker in den USA auch nicht besonders spektakulär. Aber vielleicht ist das überall so. C'est à suivre.

Lob für die Besten

Am Ende des Tages hält McCann Rückschau auf seine Aktivitäten und Konversationen. «Dabei versuche ich auch, jene Mitarbeiter auszumachen, die einen guten Tag hatten und mit ihrem Einsatz zum Geschäftsgang der UBS etwas beigetragen haben. Ihnen schreibe ich dann eine interne Mitteilung oder ein Mail», sagt McCann.

Auf dem Weg nach Hause – es ist anzunehmen, dass dies per Chauffeur erfolgt – liest McCann das Boulevardblatt «New York Post», insbesondere die Sportseiten und schliesslich die Klatschspalten der «Page Six». Im Kontrast dazu genehmigt er sich gelegentlich einen Krimi oder eine politische Biographie, wie er versichert. Kommt er dann zu Hause an, hat sein Familienleben Priorität.

Piraten und Yankees

In der Baseball-Saison versucht er die Spiele seines Lieblingsclubs zu verfolgen. Da er in Pittsburgh aufwuchs, sind seine Favoriten die «Pirates» mit dem grossen Roberto Clemente. Vom aktuellen Team hält er ebenfalls viel, doch seit er in New York wohne, habe er auch ein Faible für die «Yankees» entwickelt.

Wie erinnerlich wies das Wealth Management Americas im 4. Quartal 2013 einen «rekordhohen» Vorsteuergewinn von 254 Millionen Dollar aus, gegenüber 218 Millionen Dollar im 3. Quartal.

Loyalität zahlte sich aus

Das ausgewiesene Ergebnis war auf eine Steigerung des Geschäftsertrags um 6 Prozent dank höherer vermögensabhängiger Erträge und höherer transaktionsbasierter Einnahmen zurückzuführen. Teilweise machte der um 4 Prozent gestiegene Geschäftsaufwand dies wieder zunichte. Grund hierfür war vor allem der Anstieg bei den Vergütungen für Finanzberater und den Restrukturierungskosten.

Für eine Steigerung der Netto-Neugeldzuflüsse von 2,1 Milliarden Dollar im Vorquartal auf 4,9 Milliarden Dollar sorgten hauptsächlich die stärkeren Zuflüsse bei Finanzberatern, die seit mehr als einem Jahr bei der UBS beschäftigt sind.

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Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

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Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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