7 Gründe, warum Bankjobs immer weniger attraktiv sind

Szene aus «The Wolf of Wall Street»

Bei einer Bank zu arbeiten, ist längst nicht mehr so begehrenswert wie früher. Hier sind die Gründe, warum das so ist.

1. Weniger Lohn

Zwar langen die Top-Manager der grossen Banken weiterhin unbekümmert zu, doch in den unteren Chargen ist der Druck auf die Saläre enorm. Irgendwo muss ja gespart werden. Im Gegensatz dazu gibt es einige Branchen, wo weiterhin gut verdient wird: in der IT-Branche, in der Unternehmensberatung, unter Rechtsanwälten und vor allem auch beim Staat, wo man praktisch linear in laufend höhere Gehaltsklassen aufsteigt – verbunden mit guten Vorsorgeleistungen und der landesweit höchsten Arbeitsplatzgarantie. Von all dem können die Banker heute bloss noch träumen.

2. Enormes Konfliktpotenzial

Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Bankgeschäft mit seinen vielen verschärften Vorschriften ein immer komplexeres Business wird. Für innovative Leute ist es umso hinderlicher, meist nur nach Rücksprache mit dem Legal-Department etwas unternehmen zu können. Die Unsicherheiten sind enorm.

Das fördert keine unternehmerische Kultur in den Banken. Die Patt-Situation mit den USA und die unabsehbaren Folgen, die daraus resultieren, tragen weiter dazu bei, dass das Banking nicht unbedingt jene Branche, wo man als Einsteiger hin will.

3. Sinkende Arbeitsplatz-Sicherheit

An der Sparschraube wird immer weiter gedreht. Vor diesem Hintergrund ist die Arbeitsplatz-Sicherheit im Finanzwesen bloss noch ein Relikt aus anderen Zeiten. Die Tatsache, dass bei vielen Banken weitere Effizienzsteigerungs-Programme drohen und dabei ganze Abteilungen geschlossen oder weiterverkauft werden, trägt kaum dazu bei, dass man da arbeiten will. Viele andere Wirtschaftszweige – vielleicht mit Ausnahme der Medienbranche – bieten eine höhere Arbeitsplatz-Sicherheit.

4. Bessere Alternativen

So enorm innovativ gebärdet sich die Schweizer Finanzbranche in letzter Zeit ohnehin nicht mehr. Das mag früher anders gewesen sein, als die Schweizer Banken noch die Messlatte in der Vermögensverwaltung setzten. Auch in anderen Bereichen (Kreditgeschäft, Family Office, Handels-Finanzierungen, Rohstoff-Trading) war man hierzulande auch schon ideenreicher unterwegs.

Das hat sich alles etwas verflüchtigt. In anderen Sektoren, namentlich in der Informatik, aber auch im Medtech-Bereich oder in der Mikro-Industrie ist man in der Schweiz mittlerweile innovativer.

5. Viele Überstunden und Überarbeitung

Die jüngsten Vorkommnisse im internationalen Investmentbanking müssen zu denken geben: Da bringen sich junge Leute auf Grund des ad absurdum geführten Leistungsdrucks um, während sich andere wegen der horrenden Überstunden in psychiatrische Behandlung begeben müssen. Das sind keine guten Voraussetzungen, um Leute fürs Bankwesen zu begeistern.

6. Einfach schlechtes Image

Das schleckt keine Geiss weg: Heute hat die Bankbranche in weiten Kreisen der Öffentlichkeit ein extrem schlechtes Image, worüber man sich aber nicht wundern darf. Mit den Lohnexzessen, den laufend neuen Manipulations-Vorwürfen und der Casino-Kultur, die im Banking nicht totzukriegen ist, bieten sich genügend Angriffsflächen. Kein Wunder, dass sich Schul- und Universitätsabgänger nicht in dieses Trümmerfeld begeben wollen.

7. Schrumpfende Perspektiven

Hand aufs Herz: Wer will schon in eine Branche einsteigen, die sich – vor allem in der Schweiz – in einem epochalen Schrumpfungs-Prozess befindet? Seit dem Ausbruch der Finanzkrise ist es der hiesigen Bankindustrie kaum gelungen, neue Perspektiven aufzuzeigen, die es lohnenswert machen würden, Bankangestellter zu werden.

Was wir seit mindestens fünf Jahren erleben, ist ein Rückzugsgefecht ohne Hoffnung auf eine Trendwende. Dabei hätte die Schweiz so viele Trümpfe, um sich als zukunftsträchtigen Finanzplatz zu profilieren.

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