Schlusspunkt im langwierigsten Rechtsfall der Credit Suisse

Die Credit Suisse zahlt insgesamt 2'510 Millionen Franken und legt im US-Steuerstreit ein Schuldeingeständnis ab. Sie kann ihre Banklizenz behalten. Der CEO bleibt im Amt.

Die Beilegung dieser Angelegenheit sei mit den weltweit zuständigen Regulatoren der Credit Suisse koordiniert worden, wie das Unternehmen am Dienstagmorgen mitteilte.

Die Bank erwartet keine Auswirkungen auf ihre Lizenzen und keine wesentlichen Auswirkungen auf ihre Fähigkeit, das operative Geschäft zu betreiben, wie es weiter hiess.

Abschliessende Einigung

Busse und Schuldeingeständnis seien eine umfassende und abschliessende Einigung bezüglich aller ausstehenden Rechtsfälle im Zusammenhang mit dem früheren grenzüberschreitenden Private-Banking-Geschäft mit US-Kunden.

Die Einigung beinhaltet ein Schuldeingeständnis («guilty plea») der Credit Suisse AG, der Schweizer Banken-Tochtergesellschaft der Credit Suisse Group AG.

Brady Dougan bedauert Fehlverhalten

Konkret bedeutet die «guilty plea»: Die Credit Suisse AG bekennt, dass sie US-Kunden im Rahmen ihres früheren grenzüberschreitenden Private-Banking-Geschäfts dabei geholfen hat, der US-Steuerbehörde IRS falsche Steuerbelege vorzulegen. Dies verletzte Paragraph 18 Absatz 371 des Bundesgesetzes der USA.

In einer ersten Stellungnahme sagte CS-CEO Brady Dougan: «Wir bedauern das Fehlverhalten im früheren grenzüberschreitenden US-Geschäft ausserordentlich. Es führte zum grössten und langwierigsten Rechtsfall für die Credit Suisse.»

Ein wichtiger Schritt vorwärts

Die Beilegung dieser Angelegenheit sei für die Bank ein wichtiger Schritt vorwärts. Das verstärkte Medieninteresse der letzten Wochen in diesem Zusammenhang habe keine wesentlichen Auswirkungen auf das Geschäft.

«Wir danken unseren Kunden und Mitarbeitenden für ihre anhaltende Unterstützung bei der Beilegung dieser Angelegenheit. Wir können uns nun voll und ganz auf die Gestaltung der Zukunft sowie die weitere Umsetzung unserer Strategie konzentrieren», erkärte Dougan weiter.

Verkäufe sollen Kapitalquote steigern

Zu den finanziellen Auswirkungen, zur Kapitalbasis sowie zur Dividendenpolitik sagte er: «Die Einigung wird unseren Reingewinn für das zweite Quartal 2014 mit 1'598 Millionen Franken belasten. Wäre diese Belastung bereits im ersten Quartal 2014 angefallen, hätte unsere Quote des harten Kernkapitals (CET1) nach Basel III auf Look-through-Basis per Ende des ersten Quartals statt bei 10,0 Prozent bei 9,3 Prozent gelegen.»

«Durch die Reduktion der risikogewichteten Aktiven auf oder unter das Niveau von Ende 2013 und andere Kapitalmassnahmen wie den Verkauf von Liegenschaften und anderen Vermögenswerten, die nicht zum Kernbereich gehören, beabsichtigen wir, bis Ende 2014 unsere Quote des harten Kernkapitals (CET1) nach Basel III auf Look-through-Basis auf 10% zu steigern», so Dougan weiter.

Hälfte der Gewinne an die Aktionäre

Nach Erreichung der Kernkapitalquote von 10 Prozent beabsichtigt die CS, ungefähr die Hälfte ihrer Gewinne den Aktionären über die jährlichen Ausschüttungen weiterzugeben und gleichzeitig ihr Kapital weiter zu stärken, um ihr langfristiges Ziel einer Kernkapitalquote von 11 Prozent zu erreichen.

Die Credit Suisse hatte in der Vergangenheit für diese Angelegenheit bereits Rückstellungen von insgesamt 892 Millionen Franken vorgenommen. Entsprechend belastet die abschliessende Einigung die Ergebnisse des zweiten Quartals 2014 vor Steuern mit 1'618 Millionen Franken, respektive mit 1'598 Millionen Franken nach Steuern.

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