Nach Schuldeingeständnis: Was jetzt kommt

Zyniker behaupten, es sei jetzt an der Zeit, CS-Aktien zu kaufen. Warum? Weil nach Busse und Schuldeingeständnis eine neue Zeitrechnung für die Credit Suisse anfange. Acht Feststellungen dazu.

1. Aktie mit Potenzial

Der Schlussstrich unter den leidigen US-Steuerzwist dürfte die Dividendenpapiere der Credit Suisse dynamisieren. Denn endlich kann sich die Schweizer Grossbank wieder ganz aufs eigentliche Geschäft konzentrieren und da ihre Prioritäten setzen. Die Ungewissheit ist vorüber – das werden weitsichtige Anleger zu honorieren wissen. Denn die zweitgrösste Bank der Schweiz hat nach wie vor erhebliches Potenzial.

2. Geschärftes Geschäftsmodell

Die Credit Suisse wird den Weg anderer grosser Institute gehen und, dem Branchentrend entsprechend, ihr Augenmerk auf die Vermögensverwaltung richten – nicht zuletzt aus Eigenmittel-Anforderungen heraus – aber auch vor dem Hintergrund, dass das stabilste Wachstumspotenzial im so genannten Wealth Management liegt. Die Hüst-und-Hott-Strategie der vergangenen drei Jahre hat sich ohnehin nicht bewährt.

3. Von West nach Ost

Die CS war von allen Schweizer Grossbanken zwar stets mit der Wall Street am besten vertraut. Und hatte zeitweilig auch Erfolg dort. Doch auf längere Sicht hat sich das Engagement nie gerechnet. Das wird die CS künftig in ihren strategischen Überlegungen berücksichtigen und stärker im Fernen Osten expandieren. Dort geniesst das Institut nach wie vor einen makellosen Ruf und ist bereits recht gut etabliert.

4. Investmentbanking neu definiert

Es ist bitter und wenig innovativ, der Konkurrenz zu folgen, aber auch die Credit Suisse wird ihr Investmentbanking redimensionieren; denn würde sie es wie heute belassen, wären die Kosten schon in wenigen Jahren so astronomisch hoch, dass ein signifikanter Erfolg ausser Reichweite läge. Im Jahr 2014 kann das Investmentbanking einer Schweizer Grossbank bloss noch Zulieferfunktion für das Wealth Management haben.

5. Neues Power-Team

Es liegt auf der Hand, dass die bisherige Führungscrew die zahlreichen Neuerungen und Veränderungen nicht glaubwürdig vertreten und durchziehen kann. Es müssen neue Manager her; zwar haben Brady Dougan & Co. trotz allem einen anständigen Abgang verdient, aber mittelfristig muss – analog zur früheren UBS – ein Grossteil der bisherigen Konzernleitung frischen Kräften Platz machen.

6. Grösste Sicherheit

Es sind immer die ärgsten Krisen, welche die Wende zum Besseren einleiten. Nach den zahlreichen zweifelhaften Deals und Geschäften im Wealth Management der Credit Suisse, die in den vergangenen zwei Jahren publik wurden, dürfte nun mit allergrösster Wahrscheinlichkeit eine pro-aktive «Null-Toleranz-Mentalität» im Business Einzug halten. Das wird dem gesamten Geschäftsmodell der CS die grösstmögliche Sicherheit und Solidität verleihen.

7. Keine Lohndiskussionen mehr

Die Verwaltungsräte der Credit Suisse werden künftig alles daran setzen, dass es nicht wieder zu Lohnprogrammen kommt, die manchen Top-Managern zweistellige Millionen-Saläre bescheren. Leistung in Ehren – exzessive Gehälter gehen am Aktionär ab und sind wenig förderlich für das Image, wie es das Beispiel der CS in den vergangenen Jahren deutlich illustriert hat. Es geht auch mit tieferen Gehaltspaketen.

8. Mehr Schweiz in der USP

Trotz dem Sponsoring der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft oder von Tennisstar Roger Federer ist es der CS nie gelungen, als «echte» Schweizer Bank wahrgenommen zu werden. Das mochte unter anderem mit dem amerikanischen CEO, den hohen Salären, aber auch mit der stark angelsächsisch geprägten Firmenkultur zusammenhängen. Nach den geradezu traumatischen Erfahrungen mit und in den USA wird die CS das Image-Reservoir «Schweiz» anzapfen und verstärkt als Bank mit Schweizer Wurzeln aufzutreten. Das ist ihr Kapital, und das hat sie in jüngster Zeit arg vernachlässigt.

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Die Schwyzer Kantonalbank will mit neuen Fonds-Produkten finanzielle und ethische Ansprüche vereinen. Bis Ende 2016 erhebt die Bank auf die sogenannten Ethikfonds keinen Ausgabeaufschlag.

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Mit einer Performance von durchschnittlich 0,5 Prozent schnitten die Pensionskassen im August leicht besser ab als im Monats-Durchschnitt seit Jahresbeginn. Das stellte der «Pensionskassen-Barometer» der Grossbank fest.

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