Wenn die Bank fragt, ob Sie schwanger sind

Indiskrete Fragen im Kundengespräch: HSBC verleiht dem «Know-Your-Customer-Prinzip» eine neue Dimension.

Wollen Sie Kinder? Rauchen Sie? In Bewerbungsgesprächen sind solche Fragen tabu. Das Privatleben ist Privatsache und geht den Chef nichts an. Rein juristisch gesehen dürfen Sie in gewissen Fällen sogar lügen.

Auch Banken wollen möglichst viel über ihre Kunden erfahren, wie das Beispiel der britischen HSBC zeigt. Der Finanzriese hat erst kürzlich seine Kunden angeschrieben und sie ermutigt, mehr Details über sich selbst zu teilen.

Wurden Sie von Ihrer Frau aus dem Haus geworfen?

«Haben Sie oder Ihre Frau erst kürzlich ein Kind geboren? Haben Sie geheiratet oder sind Sie geschieden? Haben Sie einen Elternteil verloren? Haben Sie Ihr Unternehmen verkauft oder einen grossen Bonus erhalten?» soll laut einem Bericht des US-Wirtschaftsmagazins «Forbes» in diesen Briefen stehen.

Doch wirkt das nicht irgendwie aufdringlich? Zugegeben ist es anderseits doch recht anständig, den Kunden über die Datenerhebung zu informieren.

Doch damit nicht genug: Im HSBC-Brief soll der Kunde auch zusätzlich ein paar Daten und Zeiten angeben, wann der Kundenberater ihn anrufen darf, um ihn noch besser kennenzulernen.

HSBC ist bei weitem nicht allein. Auch die US-Bank Wells Fargo will dem Bericht zufolge allerlei Details über das Privatleben ihrer Kunden wissen.

Starke Kundenbeziehungen sind profitabler

Als Grund nennt die HSBC: «Damit wir Ihnen helfen können, müssen wir wissen, wo Sie im Leben stehen, mit was Sie sich beschäftigen und was Sie gerne erreichen möchten.» Sei dies nun eine Reise um die Welt, ein Hauskauf oder einfach nur, um die Finanzen besser in den Griff zu bekommen.

Klar ist aber auch: Die Banken verdienen gemäss Studien in der Regel mehr Geld, wenn sie ihre Kunden besser kennen. Deshalb erstaunt es auch nicht, dass sich Finanzinstitute bemühen, mehr persönliche Informationen über ihre Kunden zu erfahren.

HSBC relativiert

«Die geringeren Margen im traditionellen Geschäft hat die Bankenchefs angespornt, nach anderen möglichen profitablen Bereichen zu suchen. Deshalb haben wichtige Meilensteine im Leben eines Kunden stark an Bedeutung zugenommen», sagt Teresa Epperson, Managing Director bei der Beratungsfirma AlixPartners.

Ein Sprecher der HSBC relativiert die ganze Angelegenheit gegenüber «Forbes»: «Wir anerkennen, dass jede Diskussion über die finanzielle Situation eines Kunden persönlich ist. Es braucht Zeit, um starke Kundenbeziehungen aufzubauen.» Und schliesslich sei es der Entscheid der Kunden, welche Informationen sie im Hinblick auf ihre finanziellen Bedürfnisse diskutieren möchten.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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