Nichts gewusst ganz oben? Wie die Finma diese Darstellung stützt

Die Aufsichtsbehörde hat wegen der US-Problematik in zwei Fällen Angestellte unterer Hierarchiestufen mit Gewährsbriefen sanktioniert.

Ist das jetzt ganz im Sinne der Redewendung «Die Kleinen hängt man, die Grossen lässt man laufen»? Denn obwohl die Credit Suisse nach Meinung der Finanzmarktaufsichtsbehörde (Finma) im grenzüberschreitenden US-Geschäft gegen das Erfordernis der Gewähr für eine einwandfreie Gechäftstätigkeit verstiess, hat die Behörde bei den obersten CS-Chefs kein Verfahren zur Gewährsprüfung durchgeführt.

Dies ergaben Recherchen der «Handelszeitung» (online nicht erschienen. Zur Mitteilung der «Handelszeitung»). Wie das Blatt in der aktuellen Ausgabe schreibt, hat die Finma mindestens einen ehemaligen CS-Kundenberater mit einem Gewährsbrief sanktioniert. Die betroffene Person muss sich bei der Behörde melden, bevor sie wieder eine relevante Tätigkeit in der Branche aufnimmt. Dies könnte dem Betroffenen den Wiedereinstieg ins Banking erschweren, kommentiert die «Handelszeitung» weiter.

Rechtlich problematisch

Auf diesen Widerspruch der Führungsverantwortung angesprochen, sagte Finma-Sprecher Tobias Lux kürzlich zum «Tages-Anzeiger»: «Die Finma hat in ihren Untersuchungen keine Hinweise gefunden, die darauf hingewiesen hätten, dass die oberste Führungsstufe Kenntnis von den Verfehlungen hatte.» Man müsse ihnen «indi­viduell aufsichtsrechtlich relevante Verfehlungen» nachweisen können.

Für die Rechtsprofessorin Monika Roth ist das problematisch und gibt ihr zu Denken. «Jemand kreiert das System, jemand muss es überwachen. Das Gesetz weist dem Verwaltungsrat die nicht delegierbare Verantwortung dafür zu, dass Gesetze und ­Regeln eingehalten werden», sagte sie gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Die Frage sei nicht, ob Präsident Urs Rohner oder Konzernchef Brady Dougan persönlich konkret etwas falsch gemacht, sondern ob sie ihre Kontrollfunktion wahrgenommen hätten, so Roth.

Weiteres Beispiel

Auch bei der Basler Kantonalbank seien in einem Fall lediglich zwei Ex-Kaderleute des Ablegers in Zürich der Gewährsvorbehalt angezeigt worden, steht im Bericht der «Handelszeitung» weiter.

«Es handelt sich um eine private Angelegenheit, zu welcher sich die Bank nicht äussert», zitiert die «Handelszeitung» einen Sprecher der Basler Kantonalbank.

 

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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