Etwas Balsam für die Credit Suisse

Ab und zu gibt es doch noch gute Botschaften für die Credit Suisse. Eine davon hatte am vergangenen Wochenende BlackRock-Chef Laurence «Larry» Fink parat.

BlackRock ist der mit Abstand grösste Vermögensverwalter der Welt, wo notabene auch Ex-Nationalbank-Präsident Philipp Hildebrand als Vice-Chairman amtet.

Larry Fink 200Das 1988 gegründete US-Unternehmen verwaltet aktuell mehr als 4'000 Milliarden Dollar. Mitgründer, Chairman und CEO ist der hoch geachtete Laurence «Larry» Fink (Bild links), der seine Berufskarriere 1976 just bei der First Boston startete, also bei jener Investmentbank, die später von der Credit Suisse (CS) übernommen wurde und eine Zeit lang noch im Namen «CSFB» figurierte.

Nur bei Lizenzentzug

Gerade in Bezug auf die CS hat Fink dieser Tage eine wichtige Botschaft. Und zwar: «Wir machen weiterhin Geschäfte mit der Credit Suisse», sagte der 61-jährige Amerikaner gegenüber der Schweizer Börsenzeitung «Finanz und Wirtschaft» (Interview teilweise kostenpflichtig).

Beendet hätte BlackRock die Geschäftsbeziehungen nur, wenn das US-Justizdepartement der Schweizer Grossbank die Lizenz entzogen hätte, so Fink weiter, aber das war nicht der Fall. Dabei betont er sogar: «Der Markt hat diesem Szenario keine hohe Wahrscheinlichkeit beigemessen.»

Bloss kein Säbelrasseln

Fink ist im Interview auch bestrebt, keine Ängste unter seinen Kunden zu schüren. «Wir verfolgen keine Politik des Säbelrasselns, wir wollen in Krisen einen beruhigenden Einfluss ausüben», sagt Fink und bringt einen weiteren Aspekt zum Ausdruck, der in der ganzen Kontroverse bisweilen in den Hintergrund gerät.

«Letztlich sind wir die Treuhänder unserer Kunden. 100 Prozent der Anlagen, die wir verwalten, sind Kundengelder, und wir sind strikt an die Verträge gebunden, die wir mit ihnen abgeschlossen haben», so der BlackRock-Chef.

Deutlich verschärfter Ton

Verlange ein Kunde, dass BlackRock keine Geschäfte mit einer für schuldig befundenen Bank mache, sei BlackRock bei den Geschäften für diesen Kunden tatsächlich daran gebunden. «Es ist nicht unsere Entscheidung – das vergessen die Leute manchmal», unterstreicht Fink.

Fink stellt zudem fest, dass sich der Ton der US-Behörden gegenüber den grossen Banken deutlich verschärft habe, zum Teil auf Grund ihrer Rolle in der Finanzkrise und weiterer Verfehlungen in der jüngeren Vergangenheit – «denken wir an den Libor-Skandal», so Fink.

Die Credit Suisse muss dafür geradestehen

Das Problem der Schweizer Banken im Zusammenhang mit US-Steuersündern sei seit einem Jahrzehnt bekannt. «Die UBS hat es vor einigen Jahren gelöst, und nun muss die Credit Suisse dafür geradestehen», sagt Fink.

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