Raiffeisen kündigt Kooperation mit Vontobel

Die Bankengruppe gründet gemeinsam mit Avaloq ein Technologieunternehmen. 

Wird der Vertrag aufgelöst oder nicht? Die Differenzen um den bis 2017 laufenden Kooperationsvertrag zwischen Raiffeisen und Vontobel gab eine Menge zu reden, seit Vontobel die Retailbanking-Gruppe im Herbst 2012 vors Schiedsgericht gezerrt hatte. Jetzt ist der Entscheid gefallen: Das Teamwork wird aufgelöst.  

Aber Raiffeisen meldet dies eher als Fussnote. Im Zentrum der heutigen Mitteilung aus St. Gallen steht, dass Raiffeisen und Avaloq gemeinsam ein neues Unternehmen gründen. Dessen Aufgabe ist die Implementierung und der Betrieb der Retailbanking-Plattform von Raiffeisen.

Konkret: 2017 wird Raiffeisen ihr bisheriges Frontsystem ablösen und die Wertschriftenabwicklung auf eine neue Avaloq-basierende Bankensoftware migrieren.

Daneben wird auch die Wertschriftenverarbeitung technisch in die Gesamtlösung integriert. Bis 2017 wird diese Verarbeitung noch von Vontobel erbracht. Raiffeisen besitzt die Mehrheit am neuen Unternehmen. 

«Mit dem gemeinsamen Technologieunternehmen werden wir den technologischen Anforderungen des Finanzplatzes optimal begegnen, und Raiffeisen kann ihre Stellung als führende Schweizer Retailbank weiter ausbauen», sagt Pierin Vincenz, der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Raiffeisen Gruppe.

Mehr Leistungen, neue Anforderungen

Als Hintergrund nennt Raiffeisen die seit Jahren eingeschlagene Diversifikationsstrategie, durch die mehr und mehr Leistungen innerhalb der Gruppe erbracht werden – etwa bei der Entwicklung von Kompetenzen im Anlage- und Firmenkundengeschäft oder mit der Etablierung eines eigenen Economic Research.

Dadurch sei eine neue Ausgangslage entstanden, um Produkte und Dienstleistungen im gruppeninternen Netzwerk zu erbringen. Eine Weiterführung der bestehenden Kooperation mit Vontobel sei «daher nicht mehr zielführend». Raiffeisen kündigt deshalb den Kooperationsvertrag per Mitte 2017.

Marcel Zoller verlässt Vontobel-Verwaltungsrat

Im Hintergrund steht bekanntlich auch, dass zwischen den beiden Banken unterschiedliche Auffassungen bestehen, ob die Notenstein Privatbank unter den Kooperationsvertrag fällt. Die Kündigung des Vertrages erfolge aber unabhängig vom Ausgang des laufenden Schiedsgerichtsverfahrens, meldet Raiffeisen nun. Ein Urteil in dieser Sache wird Ende des Jahres erwartet.

Marcel Zoller, CFO Raiffeisen und Mitglied im Verwaltungsrat von Vontobel, gibt zeitgleich zur Kündigung seinen Austritt aus dem Verwaltungsrat der Zürcher Privatbank bekannt.

Zur Mitteilung von Raiffeisen

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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