War die Commerzbank ein Schnäppchen für Vontobel?

In Zürcher Finanzkreisen wird kolportiert, dass die Bank Vontobel recht wenig für die Kundengelder der Commerzbank (Schweiz) bezahlt habe.

Bereits am Wochenende sagte Vontobel-CEO Herbert J. Scheidt gegenüber der Sonntagspresse, es sei «Liebe auf den ersten Blick» gewesen, und meinte damit die Übernahme der Schweizer Commerzbank-Braut.

In der «NZZ sagte am Sonntag» sagte Scheidt weiter: «Wir wollten unser Private Banking schon lange verstärken, aber die Preise waren viel zu hoch. Man musste bis vor kurzem 3 bis 4 Prozent der verwalteten Kundengelder bezahlen. Aber ich gebe zu: Es hat viel Disziplin gebraucht, sich zurückzuhalten, während alle Konkurrenten von Wachstum und Übernahmen redeten. Grösse allein hat uns nie interessiert.»

Maximal 25 Millionen Franken bezahlt?

Wie finews.ch in der Branche vernehmen konnte, soll Vontobel nur etwa 0,5 Prozent für die Kundengelder bezahlt haben. Das wären also zwischen 20 und 25 Millionen Franken.

So besehen wäre dies tatsächlich ein Schnäppchen, zumal die so genannten Offshore-Assets, von denen die Commerzbank (Schweiz) durchaus einen respektablen Anteil besitzt, gut bewirtschaftet durchaus erfreulich rentieren können, nämlich um die 1 Prozent.

Allerdings muss sich die Bank Vontobel bei diesen Geldern wohl auch höhere Risiken vergegenwärtigen, sei das nun regulatorischer Art, oder aber, dass manche Gelder nun abfliessen respektive manche Kundenberater mit ihren Portefeuilles zu anderen Instituten wechseln.

Klarheit für die Kunden bis im 1. Quartal 2010

Die betreuten Kundenvermögen im Private Banking der Vontobel-Gruppe steigen nach Abschluss der Transaktion um 20 Prozent auf rund 28 Milliarden Franken (Zahlen Stand Ende 2008). Die Schweizer Einheit der deutschen Commerzbank ist seit 1985 im Besitz einer Vollbanklizenz und betätigt sich ausschliesslich im Privatkundengeschäft.

Damit für die Kunden der Commerzbank (Schweiz) AG rasch Klarheit geschaffen wird, ist die vollständige organisatorische Verschmelzung der beiden Privatkundeneinheiten im 1. Quartal 2010 vorgesehen.

 

 

 

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