Schweiz streicht deutschen Diebeslohn für Bankdaten ein

Ein Winterthurer Geschäftsmann erhielt von den deutschen Behörden 2,5 Millionen Euro für gestohlene Bankdaten der CS. Nachdem er Selbstmord begangen hatte, beschlagnahmte die Schweiz das Geld als Diebeslohn. Das stösst einigen deutschen Politikern sauer auf.

Im März 2010 verkaufte Wolfgang U. (†42) den deutschen Behörden eine CD mit Steuersünder-Daten und kassierte dafür 2,5 Millionen Euro, wie der «Sonntagsblick» in seiner neusten Ausgabe berichtet.

Doch kurz danach schalteten sich die Schweizer Behörden ein und nahmen U. und seinen Kollegen, der bei der Credit Suisse (CS) arbeitete, fest. Im Herbst 2010 erhängte sich U. in seiner Zelle.

Rechtmässiges Vorgehen

In der Folge beschlagnahmten die Schweizer Behörden die 2,5 Millionen Franken schrittweise, weil es für sie Diebeslohn ist, wie der «Sonntagsblick» weiter berichtet. Die Erben gingen damit praktisch leer aus. Inzwischen hat das Bundesstrafgericht in Bellinzona dieses Vorgehen in zwei Urteilen als rechtmässig eingestuft.

Noch sind nicht alle Einsprachefristen der Erben abgelaufen. Freundinnen sowie die Eltern des verstorbenen U. wollen die Urteile anfechten. Allerdings haben sie einen schweren Stand. Doch falls die Schweizer Behörden Recht bekommen, können sie die von den deutschen Behörden seinerzeit überwiesenen Millionen – notabene für Hehlerware – einstreichen.

Empörung bei der SPD

Bei manchen deutschen Politikern sorgt dies für allerhand Empörung. «Die Haltung der Schweizer Behörden ist unverständlich», sagte die SPD-Politikerin und Anwältin Nadja Lüders (Bild oben) dem «Sonntagsblick». «Wenn schon, sollte dieses Geld an das Bundesland Nordrhein-Westfalen zurückfliessen und nicht in die schweizerische Staatskasse.»

Die Schweiz dürfe nicht auch noch aus dem Tod des CD-Lieferanten Profit ziehen. «Die Erben werden damit doppelt bestraft», sagte Lüders. «Sie müssen den Tod ihres Sohnes und Freundes verkraften – und gehen beim Erbgang leer aus.»

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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