«Was zur Hölle machst Du da, Junge?»

Robert McCann, der CEO der UBS Americas, über das Apartment, das er seinen Töchtern nicht mal eine Minute zumuten würde, das Entsetzen seines Vaters und seine Ratschläge zum reich werden.

Er sei nie ein Finanzberater gewesen, sondern immer ein Mann der Märkte, sagt Robert «Bob» McCann in einem neuen Interview mit der «Washington Post».

Wie er denn das UBS Wealth Management in den USA mit über 7'000 Kundenberatern von der tiefen Krise 2009 zum Erfolg geführt habe, beschreibt McCann so: «Was ich getan habe? Ich habe den Angestellten eine Strategie vorgegeben, habe ein gutes Team installiert und dann haben wir das durchgezogen.»

Die Strategie war eigentlich klar: Wealth Management und zwar fokussiert auf reiche und sehr reiche Kunden in den 25 grössten Städten der USA. Das Mittel dazu seien die Kundenberater, so McCann. Als er 2009 von Merrill Lynch kam, litt das Geschäft unter hohen Kosten und einer starken Fluktuation.

Nie Bücher über Führung gelesen

Diese sei von damals 15 bis 16 Prozent auf einen Wert gesunken, der heute bei 3,5 bis 4 Prozent liege. Bekannterweise hat McCann hohe Leistungsziele für seine Kundenberater vorgegeben, aber auch die Löhne entsprechend angehoben.

Er sehe seine Rolle als CEO darin, eine Kultur zu schaffen sowie eine Plattform, die es den Beratern ermögliche, die Probleme der Kunden zu lösen. Bücher über Führung habe er nie gelesen. Er habe Führung gelernt, indem er anderen zugeschaut habe, so der CEO UBS Americas, der knapp 1'000 Milliarden Dollar an Kundenvermögen verantwortet.

Nie alles ausgeben

McCann hält in dem Interview noch einige weitere Ratschläge parat – zum Beispiel an die junge Generation: «Sie muss den Anfang machen».

Als er in jüngeren Jahren nach New York gekommen sei, sei er pleite gewesen. Er habe ein Angebot für 34'000 Dollar im Jahr angenommen und sei in ein Appartement in Manhattan für 660 Dollar im Monat gezogen.

Vaters Besuch

Das Gebäude sei so schäbig gewesen, dass er es seinen beiden Töchtern nicht mal ein paar Minuten zumuten würde. Bei einem Besuch seines Vaters habe dieser gesagt: «Was zur Hölle machst du da, Junge?» Aber es sei alles ziemlich gut gekommen. «Aber ich glaube, man muss halt irgendwo anfangen».

Das beziehe sich auch auf Gelddinge. Er habe immer einen Teil seines Geldes auf die Seite gelegt, nie alles ausgegeben. «Man muss halt anfangen, eröffnet ein Vorsorgekonto und wenn man auch nur 100 Dollar hat, zahle die 100 Dollar ein» so McCann.

Dafür ist die UBS die falsche Bank

McCann räumt ein, dass die UBS für eine solche Klientel aber nicht der richtige Vermögensverwalter wäre. Wer einfach ein paar Aktientipps brauche oder ein bisschen an der Börse handeln wolle, «für den ist die UBS wahrscheinlich nicht die richtige Firma».

Die UBS sei der weltweit beste Vermögensverwalter, so McCann, der im Übrigen davon überzeugt ist, dass die Vermögensverwaltung eine starke Investmentbank brauche. Diese sei Augen und Ohren in den Märkten und liefere Lösungen und Produkte, so McCann.

«Um den Kunden in Finanzdingen beraten zu können, braucht es die Investmentbank, welche die Informationen dazu liefert», sagt der UBS-Mann.

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