Die prominente Investmentbankerin und ihre Swiss-Connection

Mit Dorothee Blessing hat J.P. Morgan eine Vertreterin aus dem deutschen Bankadel an die Spitze ihrer Investmentbank in Europa gestellt. Die Verbindungen dieser Dame in die Schweiz sind eng.

Sie gilt als Deutschlands prominenteste Investmentbankerin: Dorothee Blessing (Bild). Bis 2013 war sie Co-Chefin von Goldman Sachs in Deutschland. Die prominenteste Investmentbankerin der Schweiz kann sie noch werden.

Die 46-jährige Dame ist bei dem grössten amerikanischen Finanzinstitut J.P. Morgan zum Vice Chairman für das Investmentbanking in Europa, dem Nahen Osten und Afrika (EMEA) ernannt worden. In dieser Funktion wird sie unter anderem auch das Schweizer Geschäft mitverantworten, wie aus einem internen Memo hervorgeht, das finews.ch vorliegt.

Zusammenarbeit mit Nick Bossart

Blessing wird damit eng mit Nick Bossart zusammenarbeiten, der im Herbst 2012 von der Deutschen Bank zu J.P. Morgan in Zürich stiess und dort Chef der Investmentbank Schweiz wurde. Bossart geniesst in der hiesigen Finanzgemeinde ein hohes Ansehen. Befürchtungen, wonach Bossarts Kompetenzen nun beschnitten werden könnten, sind eher unbegründet: Blessing hält Teamarbeit für äusserst wichtig, wie sie in einem früheren Interview einmal zu Protokoll gab.

Banking in die Wiege gelegt

Die Schweiz ist für Blessing kein weisser Fleck: Sie hat an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaft studiert und dort auch ihren späteren Ehemann kennengelernt: Martin Blessing, der heute Chef der Commerzbank ist.

Doch nicht nur deswegen wird Dorothee Blessing vom «Manager Magazin» zum deutschen Bankadel gezählt: Sie ist auch eine geborene Wieandt.

Als Tochter von Paul Wieandt bekam sie das Banking quasi in die Wiege gelegt. Der 2007 verstorbene Wieandt machte sich in Deutschland als Sanierer einen grossen Namen: Bei der Landesbank Rheinland-Pfalz, der Bank für Gemeinwirtschaft und bei der SchmidtBank leistete sein Krisenmanagement erhebliche Hilfe.

Bruder bei der Credit Suisse

Der Bruder von Dorothee Blessing, Axel Wieandt, ist ebenfalls eine prominente Figur in der Bankbranche. Er machte bei der Deutschen Bank Karriere, wo er als Ziehsohn und zeitweilig gar als Kronprinz des Schweizers Josef Ackermann galt.

Im Jahr 2011 wechselte Wieandt dann aber im Range eines Managing Director zur Investmentbank der Credit Suisse (CS), die sich viel von ihm versprach. Nach nur einem Jahr war Wieandt allerdings wieder weg und heuerte bei der Valovis Bank an – die frühere KarstadtQuelle Bank.

Banking war nicht ihr erstes Ziel

Drei Kinder hat Dorothee Blessing, was sie aber nicht davon abgehalten hat, bei Goldman Sachs die Karriereleiter aufzusteigen und zu einer eigentlichen «Dealmakerin» zu avancieren. So brachte sie unter anderem Infineon und die Bank Austria an die Börse und beriet die Allianz sowie Henkel, TUI, Altana und Evonik bei Kapitalbeschaffung und Übernahmen.

Dabei sei es nicht von Anfang an ihr Ziel gewesen, eine Laufbahn im Banking einzuschlagen, wie Blessing einmal der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» gestand.

Noch eine Schuhnummer grösser

Im Februar 2013 verliess sie nach 20 Jahren die US-Investmentbank Goldman Sachs. Kurz davor hatte sie noch das Angebot des Bertelsmann Verlags ausgeschlagen, dessen Finanzchefin zu werden.

Nach einem Jahr Auszeit zieht es sie nun doch wieder zurück ins angestamme Geschäft. Diesmal noch eine Schuhnummer grösser – bei J.P. Morgan. Dort wird sie an Vis Raghavan berichten, dem obersten Chef für das Investmentbanking in der Marktregion EMEA.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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