Semesterzahlen: Stochern im Nebel

Ab nächster Woche präsentieren die grösseren Schweizer Banken ihre Halbjahresabschlüsse. Es wird jedoch schwierig sein, die Zahlen zu beurteilen, solange unklar ist, welchen Tribut der US-Steuerstreit fordert.

Welche Ungewissheiten nach wie vor bestehen, zeigt sich besonders gut an den Semesterzahlen, welche die Julius-Bär-Gruppe am kommenden Montag vorlegen wird.

Die Finanzanalysten gehen im Durchschnitt von einem Semestergewinn in der Höhe von rund 120 Millionen Franken (nach IFRS) aus. Ob das nun gut oder schlecht ist, hängt letztlich von der Busse ab, welche die US-Behörden demnächst der Zürcher Bank verhängen werden. Und da ist offenbar vieles möglich.

Eine Art Blackbox

Selbst so erfahrene Finanzanalysten wie Tim Dawson von der Broker- und Researchfirma Helvea siedeln die Strafzahlung in einer Bandbreite zwischen 200 Millionen Franken und 700 Millionen Franken an – was viel ist. Das wiederum offenbart, wie schwierig es sein wird, diese Unwägbarkeit in Relation zu den Gewinnzahlen zu setzen. So gesehen mutieren die Halbjahresergebnisse zu einer Art Blackbox.

Grössere Gewissheit herrscht indessen darin, dass das US-Justizministerium nicht mehr allzu lange zögern wird, die Höhe der Bussen für die verschiedenen Banken bekanntzugeben. Mit der Erfahrung aus dem Fall Credit Suisse verfüge man nun über genügend Anhaltspunkte, um rascher mit den übrigen Finanzinstituten zu verfahren, heisst in der Branche.

Tiefe Volatilität belastet

Der Geschäftsgang im ersten Halbjahr 2014 dürfte durch diverse Sonderfaktoren beeinflusst worden sein. Einerseits fielen Kosten für die Integration der übernommenen Geschäftsbereiche von Merrill Lynch an; andererseits dürfte die tiefe Volatilität an den Finanzmärkten die Handels- und Transaktionserträge in den vergangenen Monaten beeinträchtigt haben.

Zudem ist das Tiefzins-Umfeld für die Banken ohnehin wenig vorteilhaft. Das trifft auch auf die CS zu, die am Dienstag, 22. Juli 2014, ihre Semesterzahlen präsentieren wird. Diese werden durch den Einfluss der US-Busse in der Höhe von 2,6 Milliarden Dollar schwer verzerrt.

Weil die Busse auch das Eigenkapital schmälert, werden Investoren besonders gespannt auf Auskünfte zu zukünftigen Gewinnausschüttungen sein. Die Credit Suisse hatte angekündigt, ab 2014 die Dividenden kontinuierlich zu erhöhen.

Lesen Sie dazu auch: «Zitterpartie für die Investmentbanken».

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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