Big Data bei Banken: Noch keine Chefsache

Banken verfügen über enorme Mengen an Daten. Das Zusammenführen dieser Informationen könnte einen hohen Mehrwert für die Finanzhäuser und für deren Kunden darstellen. Doch wie weit ist man da schon?

(Big Data © Shutterstock) Mittels einer nicht repräsentativen Umfrage bei 30 Banken aus der Deutschschweiz ist Fabienne Huber dieser Frage nachgegangen. Sie tat dies im Rahmen ihrer Bachelorarbeit am Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) von der Hochschule Luzern.

Zudem befragte sie die Banken zu ihrer Einschätzung in Bezug auf die Zukunft von Big Data Analytics (der eigentliche Prozess der Datenanalyse wird oft auch Data Mining genannt). Zu beachten ist, dass praktisch sämtliche Banken die Big Data Analytics betreiben, bisher aber noch keine Informationen von Social-Media-Kanälen integrieren.

Einige interessante Ergebnisse sind hier zusammengefasst:

  • Sieben Banken wenden heute bereits Big-Data-Technologien an. Neun Banken befassen sich zumindest mit Big-Data-Technologien und planen,  diese in Zukunft einzusetzen. Die anderen Banken setzen derzeit noch keine solche Technologien ein. Bei einigen Banken könnte das Thema aber an Relevanz gewinnen, da sich ihre (externen) IT-Provider mit dem Thema befassen.
  • Die beiden wichtigsten Anwendungsbereiche von Big Data Technologien im Kernbereich Marketing/F&E sind die Generierung von Cross-Selling-Vorschlägen sowie die Entwicklung einer optimierten Kundensegmentierung. Big Data wird hingegen derzeit nur  beschränkt im Zusammenhang mit der Customer Retention (etwa bei der Berechnung einer Abgangswahrscheinlichkeit) oder der Erarbeitung innovativer Produkte (zum Beispiel die Erarbeitung von Product Bundlings) eingesetzt.
  • Vor allem im Bereich der Customer Retention, der Verbesserung bestehender Produkte und im Bereich einer weiteren und besseren Kundensegmentierung sehen verschiedene Banken in den nächsten zwei bis drei Jahren ein grosses und brachliegendes Potenzial, welche sie besser zu nutzen gedenken.
  • Big Data wird heute insbesondere im Bereich der Risikoabschätzung und Betrugsvorbeugung eingesetzt. Vor allem im Bereich der Verbesserung der Erkennung von Betrugsversuchen (etwa bei Kreditkartenbetrug, Datendiebstahl) durch die Anwendung von Big Data Analytics sind einige Banken heute schon aktiv. Zu beachten ist, dass lediglich Banken befragt wurden. Es ist anzunehmen, dass Verfahren zu Erkennung von Betrugsversuchen bei Kartenanbietern sehr verbreitet sind.
  • Derzeit sind hauptsächlich die IT-Abteilungen mit dem Big-Data-Thema beschäftigt. Die Geschäftsleitungen sind derzeit eher wenig involviert in dieser Thematik.
  • Big Data ist mit verschiedenen Herausforderungen verbunden. Die drei grössten Herausforderungen sind aus Bankensicht der Datenschutz, der Aufbau von Know-how und die Integration der neuen Technologien. Der Datenschutz ist für 81 Prozent der befragten Banken eine grosse oder mittelgrosse Herausforderung. Das Entwickeln der entsprechenden Fachkenntnisse für Big Data Analytics stellt sogar für 9 Prozent der Banken eine grosse oder mittelgrosse Herausforderung dar.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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