Sarasin: Rückschlag in Deutschland

Sarasin gehört unterdessen zur J. Safra Sarasin-Gruppe, hier in Köln

Das Verfahren um eine Schadenersatzklage des deutschen Drogerieunternehmers Erwin Müller wird in Ulm stattfinden und nicht, wie die Bank Sarasin gefordert hatte, in der Schweiz. Es geht um umgerechnet mehr als 55 Millionen Franken.

Der 81-jährige Ulmer Milliardär Erwin Müller wirft dem Schweizer Finanzinstitut vor, ihn bei einem Anlagegeschäft falsch beraten zu haben. Dadurch habe er einen grossen Schaden erlitten.

Müller, ein langjähriger Sarasin-Kunde, hatte 2011 von sich aus bei der Bank um ein Investment gebeten. Rund 47 Millionen Euro setzte er damals ein, um ein gemäss weiteren Informationen «risikoloses» Geschäft zu tätigen. Das Geld wurde offenbar in ein Aktienprodukt namens Sheridan-Fonds investiert, das mit einer Rendite von 12 Prozent winkte.

Klage als Privatmann

Doch Müller verlor seinen Einsatz und fordert nun Schadenersatz – nicht als Chef der Drogeriemarktkette Müller, sondern als Privatmann und macht dabei geltend, dass er falsch beraten worden sei.

Wie risikolos das Investment tatsächlich war, wird der Gerichtsprozess klären müssen. In diesem Zusammenhang hat nun die 4. Zivilkammer des Landgerichts Ulm ein Zwischenurteil erlassen, mit welchem die Zulässigkeit der Klage vor dem Landgericht Ulm festgestellt wurde.

Weitere Abklärungen

Die Bank Sarasin hatte zuvor geltend gemacht, ein Schweizer Gericht sei dafür zuständig. Hätte sich das Basler Institut mit seiner Ansicht durchgesetzt, hätte Müllers Klage in Deutschland abgewiesen werden müssen, und der Drogerie-Unternehmer hätte in der Schweiz ein neues Verfahren aufgleisen müssen.

Sarasin kann nun jedoch gegen das Urteil Berufung beim Oberlandesgericht Stuttgart einlegen. Sollte der Ulmer Richterspruch aber rechtskräftig werden, muss die 4. Zivilkammer in einem weiteren Verfahren prüfen, ob Müller tatsächlich Schadenersatz zusteht, und wenn ja, in welcher Höhe.

Mammutprozess droht

Auf das Gericht käme dann ein wahrer Mammutprozess zu. Schliesslich hat allein die Klärung der Zuständigkeit bereits fast elf Monate in Anspruch genommen.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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