Brasilien-Chefin der UBS gibt Gas

Die UBS ist im wirtschaftsstärksten Land Lateinamerikas eine kleine Nummer – auch im Vergleich zur Credit Suisse. Sylvia Coutinho, die Länder-Chefin der UBS, soll das nun ändern.

Die Erfolgsmeldungen der UBS in Brasilien sind noch rar. Erst seit diesem Frühjahr hat die grösste Schweizer Bank wieder eine Investmentbanking-Lizenz im Land mit der grössten Volkswirtschaft Lateinamerikas.

Im Juni meldete die Nachrichtenagentur «Bloomberg», die UBS sei nun die Nummer 1 unter den brasilianischen Brokern. Eine Genugtuung für die UBS, denn seit 2007 stand die Credit Suisse als Brokerin unangefochten an der Spitze.

Credit Suisse weitaus stärker

Meilenweit voraus ist die Credit Suisse allerdings im Wealth Management: Sie verwaltet rund 65 Milliarden Reals (26 Milliarden Franken), während die sonst weitaus stärkere Rivalin auf kümmerliche 6 Milliarden Reals (2,5 Milliarden Franken) kommt.

Sylvia Coutinho (Bild) will dies nun ändern. Die Brasilien-Chefin war im vergangenen Jahr angetreten, die UBS wieder auf die Landkarte zu bringen. Die Bank hat erst seit 2013 wieder eine Lizenz in Brasilien.

Dort erlebte sie 2009 einen herben Rückschlag: Sie musste ihre Tochter BTG Pactual an den früheren Besitzer Andre Esteves zurückverkaufen, um Kapitalengpässe zu beseitigen. 

Massiv Marktanteile gewinnen

Die Mission der früheren Top-Managerin bei der britischen HSBC lautet nun, die verwalteten Vermögen in Brasilien massiv zu steigern. In einem Interview mit «Bloomberg» kündigte sie das Ziel an, bis 2020 die Kundengelder zu versiebenfachen – also 42 Milliarden Reals oder rund 17 Milliarden Franken zu erreichen.

Gemäss offiziellen Angaben werden in Brasilien gesamthaft rund 236 Milliarden Franken Kundengelder von Banken verwaltet. Die UBS muss also massiv Marktanteile gewinnen, um das Ziel zu erreichen. Und aus eigener Kraft scheint das schwierig.

Mehr Mitarbeiter, mehr Standorte

«Wir suchen nach Übernahmezielen», sagte Coutinho zu «Bloomberg». Die UBS werde ihr Wealth Management mit neuen Mitarbeitern stärken und Büros in Rio de Janeiro und Belo Horizonte eröffnen. Bislang ist sie erst in Sao Paulo präsent.

Für Zukäufe bieten sich einerseits lokale Player an, andererseits auch Ländergesellschaften von Auslandsbanken, die ihr Portfolio umstrukturieren. Wie Bloomberg schrieb, hatte die UBS 2012 vergeblich versucht, das Wealth Management von BNP Paribas in Brasilien übernehmen.

CS und Julius Bär sind sehr aktiv

Brasilien ist unter den Auslandsbanken bereits ein hart umkämpfter Markt. Auch die Schweizer Konkurrenten der UBS schlafen nicht: Die Credit Suisse habe ihr Vermögensverwaltungsgeschäft expandiert und Büros in Belo Horizonte und Porto Alegre eröffnet, sagte Länder-Chef José Olympio Pereira zu «Bloomberg».

Ausserdem seien Partnerschaften mit lokalen Fondsmanagern vereinbart worden. Mit Hedging Griffo ist die Credit Suisse bereits erfolgreich etabliert.

Auch Julius Bär ist in Brasilien aktiv: Ihre Beteiligung an GPS Investimentos Financeiros e Participações Investimentos Financeiros e Participações hatte sie im März von 30 auf 80 Prozent aufgestockt.

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