Privatbank Mirabaud lüftet den Schleier

Auch die Genfer Mirabaud-Gruppe macht den Schritt an die Öffentlichkeit. Erstmals in ihrer Geschichte hat sie detaillierte Geschäftszahlen publiziert.

Die verwalteten oder Verwahrten Vermögenswerte belaufen sich per 30. Juni 2014 auf 27 Milliarden Franken, was einer Zunahme von 1 Milliarde Franken gegenüber dem Stand von 26 Milliarden Franken am 31. Dezember 2013 entspricht.

Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die Investitionen der Gruppe in den vergangenen Jahren in ihren verschiedenen Geschäftsbereichen in der Schweiz und auf internationaler Ebene zurückzuführen, wie die Bank am Donnerstag mitteilte.

Gesetzliche Anforderung

Die Mirabaud-Gruppe publizierte am Donnerstag erstmals ihre konsolidierten Halbjahresergebnisse per 30. Juni 2014 für ihre Geschäftsbereiche Private Vermögensverwaltung, Asset Management und Intermediärgeschäft. Seit der Umwandlung von Mirabaud & Cie in eine Aktiengesellschaft am 1. Januar 2014 entspricht diese Publikation einer gesetzlichen Anforderung.

Aus den Halbjahresergebnissen der Gruppe resultiert ein konsolidierter Reingewinn von 17,5 Millionen Franken. Die in diesem Zeitraum erzielten Erträge belaufen sich auf 147,6 Millionen Franken.

Haupteinnahme-Quelle: Kommissionen

Sie umfassen insbesondere einen Erfolg aus dem Zinsengeschäft von 5,1 Millionen Franken, Kommissionen von 123,7 Millionen Franken sowie einen Ertrag aus dem Handelsgeschäft von 14 Millionen Franken.

Der Bruttogewinn nach Geschäftsaufwand beläuft sich auf 25,8 Millionen Franken.

Investitionen in Personal

Auf Grund der präsentierten Zahlen weist die Bank ein Kosten-/Ertrags-Verhältnis von gut 82 Prozent auf. Das ist im Vergleich zu den beiden anderen Privatbanken (Pictet 75 Prozent; Lombard Odier 80 Prozent) hoch.

Gegenüber der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» (Artikel kostenpflichtig) erklärte Yves Mirabaud (Bild), geschäftsführender Teilhaber des Instituts: «Wir wollen kostenseitig sicherlich vorsichtig sein, doch gleichzeitig haben wir auch die Absicht, in unser Personal zu investieren, insbesondere in den neuen Märkten sowie im Asset Management.»

Hälfte der Aktiven bei der SNB

Die konsolidierte Bilanzsumme der Gruppe beläuft sich auf 3'668,7 Millionen Franken. Sie setzt sich hauptsächlich aus Kundeneinlagen auf der Passivseite zusammen.

Nahezu die Hälfte der Aktiven ist bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) hinterlegt, und rund ein Drittel ist in kurzfristige Staatsanleihen investiert, die für Liquidität und Sicherheit bürgen.

Auf Grundlage der Eigenmittel von 180,8 Millionen Franken beträgt die Kernkapitalquote (Core Tier 1) der Gruppe 19,7 Prozent.

Allenfalls Kategorie 3

In Bezug auf den US-Steuerstreit sagte Yves Mirabaud gegenüber «Le Temps»: «Die Mirabaud-Gruppe hat bislang keine Rückstellungen für das Rechtsverfahren in den USA vorgenommen. Auf Grund von vertieften Studien und der Empehlung unserer Anwälte beschlossen wir bereits vor einiger Zeit, uns nicht der Kategorie 2 anzuschliessen.»

Wir haben noch bis Ende 2014 Zeit, darüber zu befinden, ob wir bei der Kategorie 3 mitmachen wollen. Unter diesen Voraussetzungen drängen Rückstellungen nicht auf», so der Bankier.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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