Notenstein Privatbank übernimmt Kunden der LBBW Schweiz

Die St. Galler Notenstein kauft das Private-Banking-Portfolio der Schweizer Tochter der Landesbank Baden-Württemberg. Wie CEO Adrian Künzi gegenüber finews.ch sagt, kommen weitere Akquisitionen in Frage.

Geplant sei, mit wenigen Ausnahmen das ganze Kundenvermögen der LBBW Schweiz zu übernehmen, teilte die Notenstein Privatbank am Freitag mit. Die Transaktion passe ideal zur eigenen Strategie, da sie das Standbein der Vermögensverwaltung für Privatkunden in der Schweiz und in Deutschland stärke.

Für Notenstein ergab sich die Kaufgelegenheit, weil sich die LBBW-Gruppe strategisch neu ausrichtet und sich wohl aus dem Private Banking aus der Schweiz zurückzieht. LBBW Schweiz mit Sitz in Zürich ist eine kleine Einheit der Gruppe mit rund zehn Angestellten.

Gesuchte «Ware»

Notenstein-CEO Adrian Künzi präzisierte gegenüber finews.ch: «Die LBBW wies zur Jahresmitte Kundenvermögen in der Höhe von rund einer Milliarde Franken aus. Notenstein beabsichtigt die Kundenvermögen der LBBW Schweiz mit wenigen Ausnahmen zu übernehmen.» Auch eine Handvoll Mitarbeiter werde zu Notenstein wechseln.

Zum Kaufpreis herrscht Stillschweigen. Doch darf man – mit Blick auf vorangegangene Akquisitionen – annehmen, dass die LBBW-Assets für einen tiefen zweistelligen Millionenbetrag zu Notenstein wechseln; jedenfalls nicht zu einem Dumpingpreis.

Denn Kundenvermögen aus der Schweiz und aus Deutschland sind in der Branche eine gesuchte «Ware» – sofern sie im Falle von Deutschland auch versteuert sind. Dazu sagte Künzi: «Sie können davon ausgehen, dass wir mit dieser Transaktion die Qualität unserer Kundenvermögen nicht verschlechtern.»

Gute Beziehungen halfen

Als Bank mit einer deutschen Trägerschaft, die stark von der öffentlichen Hand geprägt ist, hatte die LBBW die Steuerthematik sehr früh in Angriff genommen und die Vermögen regularisiert. Dem Vernehmen nach sind es einige US-Kunden, welche Notenstein von der LBBW Schweiz nicht übernehmen wird.

«Die Kundenassets der LBBW Schweiz passen sehr gut zu uns», sagte Künzi weiter. Einerseits stimme die Kundenstruktur mit den strategischen Zielmärkten Schweiz und Deutschland über ein. «Zweitens hat Notenstein in Bezug auf die Kundendienstleistungen eine ähnliche Kultur wie die LBBW.»

Man kennt sich bereits durch diverse Bereiche der Zusammenarbeit. Schon zu Wegelin-Zeiten hatte die LBBW Schweiz Dienstleistungen im Handel Administration und IT bezogen. Die Beziehungen zahlten sich nun aus. Notenstein kam wohl über diesen Weg zum Handschlag.

Organisches Wachstum geht vor

Dass Notenstein nun auch als Käuferin in der laufenden Konsolidierung auftritt, ist nicht der Auftakt für eine andauernde Akquisitionstour der St. Galler Privatbank, die knapp 21 Milliarden Franken verwaltet. Wie Künzi bekräftigte, soll die Bank in erster Linie organisch wachsen und sieht sich dafür in einer guten Ausgangslage.

Doch Notenstein-Chef würde eine weitere Gelegenheit wie die LBBW wohl nicht einfach vorbeiziehen lassen. «Wir beobachten den laufenden Konsolidierungsprozess genau und sind auch bereit, weitere Akquisitionen zu tätigen,» sagte er. Von der Bedingung, dass die Kundenstruktur zu den Zielmärkten passen müsse, werde aber nicht abgewichen.

 

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Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

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Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

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Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

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