Schweizer Rezept gegen den «War for Talents» im Fernen Osten

Der Schweizer Michael Benz baut in Hongkong das Private Banking für die britische Standard Chartered auf. Keine einfache Aufgabe, da Kundenberater in Asien ein rares Gut sind. Doch Benz weicht dem «War for Talents» elegant aus.

Michael Benz 150Michael Benz (Bild links) wurde Anfang 2014 zum Chef für das Private Banking des britischen Finanzkonzerns Standard Chartered ernannt, wie auch finews.ch berichtete.

Der Schweizer ist in Hongkong stationiert – was viel besagt über die Orientierung der britischen Traditionsbank. Sie hat ein Schwergewicht ihrer Tätigkeit im Nahen und im Fernen Osten. Der ehemalige UBS- und Julius-Bär-Banker weiss auch, was es für den Erfolg im Private Banking braucht: das richtige Personal.

Zu wenig Nachwuchs

Allerdings ist dieses in Asien mittlerweile knapp. Denn der Nachwuchs an gut ausgebildeten Kundenberatern, kann mit mit dem Wachstum der Kunden und der verwalteten Vermögen nicht Schritt halten.

Dabei werde der Kampf um die besten Talente noch immer intensiv geführt, sagte Benz dem Branchenportal «Wealth Briefing Asia». «Aber die Anforderungen haben sich geändert. Anstatt Quantität ist nun Qualität gefragt», so der Banker weiter. Darum konzentrierten sich nun viele Institute auf die interne Ausbildung von Kundenberatern.

Eigengewächse bevorzugt

Standard Chartered habe als Universalbank einen Vorteil gegenüber reinen Privatbanken, so Benz weiter. «Wir können erfahrene Banker aus anderen Bereichen in unser Wealth Management holen.»

«Grow our own», nennt Benz diese Strategie – das geeignete Personal intern an die Aufgabe heranzuführen. Der Vorteil dabei sei, dass die Kundenbindung verstärkt werde. «Unsere Kundenberater und ihre Portfolios werden simultan aufgewertet», erklärt Benz.

Bindeglied zum Corporate Banking

Der zweite Vorteil: Die Kundenberater könnten ihre Erfahrung aus dem Firmenkundengeschäft, wo Standard Chartered schwergewichtig tätig sei, im Wealth Management einbringen. Dies decke sich mit der Strategie, bereits betreuten Geschäftskunden auch Private-Banking-Dienstleistungen anzubieten.

«Unsere Berater sind darauf konditioniert», betont Benz. Sie müssten sich auf der Plattform der Universalbank genau auskennen und in enger Verbindung mit den Leuten aus dem Corporate Banking zusammenarbeiten.

Höchstens 40 Kundenbeziehungen

Organisiert sind die Kundenberater bei Standard Chartered jedoch nach Märkten. Denn sie stellen den Kundenkontakt sicher und achten darauf, dass die gewünschte Dienstleistung auch geliefert wird, wie Benz weiter ausführt. Seien die Bedürfnisse einmal bestimmt, stelle der Kundenberater den Kontakt zu den entsprechenden Spezialisten innerhalb der Bank her.

Benz achtet dabei darauf, dass ein Senior Berater nicht mehr als 25 Kundenbeziehungen pflegt, während die übrigen Private Banker auf 30 bis 40 Kunden kommen. So lasse sich sicherstellen, dass der Zeitdruck die Qualität der Dienstleistung nicht schmälere.

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