Die UBS sucht das Super-Brain

Die UBS will sich mit einer bahnbrechenden Innovation an die Spitze der digitalen Banken setzen. Vage Vorstellungen sind vorhanden, aber eine glasklare Idee fehlt. Ein Wettbewerb soll helfen.

Vor wenigen Jahren suchten die Banken noch nach den besten Mathematikern für ihre Handelsprogramme, um an den Finanzmärkten die Konkurrenz zu schlagen. Inzwischen haben sich die Zeiten jedoch geändert, zumindest bei der UBS. Sie sucht nach brillanten Programmierern, die das Wealth Mangement verbessern sollen.

Dazu hat die UBS einen Wettbewerb lanciert, den «UBS Innovation Challenge». In der noch bis 12. Oktober laufenden Ausschreibung heisst es zunächst noch relativ schwammig, gesucht würden die brillantesten Köpfe, welche die Bank darin unterstützen, den Kunden auf der digitalen Plattform des Wealth Managements eine bessere Benutzerfreundlichkeit zu bieten.

Personalisierte Angebote aus Big Data schaffen

Das Problem, mit dem die Bank zu kämpfen hat, benennt sie so: «Wir haben die Daten – viel zu viele!» Darum sucht die UBS nach neuen Methoden, um aus der Datenflut die für die Kunden wichtigsten Informationen zu identifizieren und diese ihnen zur Verfügung zu stellen – zugeschnitten auf ihre individuellen Bedürfnisse und Anlage-Präferenzen.

Im Prinzip bedeutet dies nichts anderes, als dass die UBS das Grundkonzept der grossen Internetkonzerne wie Google, Facebook oder Amazon in der Vermögensverwaltung anwenden will: gezielte, personalisierte Angebote, die durch die Analyse von Nutzerdaten identifiziert werden.

Das wäre tatsächlich eine bahnbrechende Innovation im Banking, und die UBS wäre wohl das erste Finanzinstitut, das den «Big Data»-Trend für das Kundengeschäft nutzbar machen würde: Vollständig automatisierte Anlagelösungen wären im Beratungsgeschäft ein riesiger Effizienzgewinn und die jeweils individuelle Ausgestaltung würde zudem die Beziehung der Bank zum Kunden vertiefen.

Auch die CS will den digitalen Wandel

«Benutzerfreundlichkeit» scheint das jüngste Modewort im Banking zu sein, seit die Finanzinstitute bemerkt haben, dass sie im Kundengeschäft die digitale Revolution zu verschlafen drohen. Neben der UBS, die mit ihrer digitalen Wealth-Management-Plattform derzeit in der Fintech-Szene Punkte sammelt, hat auch die Credit Suisse das Thema entdeckt.

Verwaltungsratspräsident Urs Rohner lässt kaum eine Gelegenheit aus, den digitalen Wandel zu preisen und in der Bank zu fordern. Das Institut prüft unter anderem auch ein «Facebook für Reiche», wie es unlängst hiess.

An einem Anlass der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer vor einer Woche sagte der CS-Präsidenten den Anwesenden: «Wenn Sie an Apple, Facebook, Amazon oder sogar an WhatsApp denken, denken Sie nicht daran, wie weit diese Unternehmen in Ihre Privatsphäre eingedrungen sind, und mit Sicherheit denken Sie auch nicht daran, wie viel Geld diese Firmen an den Informationen verdienen, die sie über Sie gesammelt haben».

Nein, man denke daran, so Rohner weiter, wie benutzerfreundlich doch diese Unternehmen seien.

Immer wissen, was der Kunde will

Die Verknüpfung von Benutzerfreundlichkeit und Geldverdienen verfolgt die UBS bereits mit ihrem digitalen Benutzerangebot «Advice», das auf der Basis einer fixen Gebühr den Kunden bei jeder relevanten Marktveränderung neue Anlagevorschläge macht.

Doch dieses Angebot ist im Zeitalter des gläsernen Kunden noch immer «old school». Das «Super Brain», das die UBS mittels ihres Wettbewerbs sucht, soll das Wealth Management in das Zeitalter von «Big Data» katapultieren.

Die Vision dazu hat Eric Schmidt, der CEO von Google, bereits formuliert: «Die Suchmaschine weiss immer schon, was der Kunde will, noch bevor er selber es weiss.» Das soll künftig offenbar auch im Banking gelten.

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