Schweiz punktet als Finanzplatz für internationale Player noch immer

Für ausländische Firmen ist die Schweiz als Finanzplatz offenbar nach wie vor attraktiv. Darum zieht es jetzt eine brasilianische Finanzboutique nach Lausanne. Und es gibt weitere Zuzüge aus dem Ausland.

Der Zuzug der brasilianischen Investmentfirma Vis Investimentos ist das jüngste Lebenszeichen auf dem Westschweizer Finanzplatz. Bereits in der kommenden Woche will die Gesellschaft in Lausanne ihre Zelte aufschlagen, wie die Nachrichtenagentur «Bloomberg» meldete.

Die Finanzboutique legt ihren Investment-Fokus auf Naturschätze wie Energie, Nahrungsmittel und Wasser. Im Zentrum stehen nachhaltige Anlagen, die ökologische, soziale und Governance-Kriterien mit Finanzanalyse kombinieren.

Investiert in Bioenergie-Private-Equity

Die Private-Equity-Boutique Vis investiert beispielsweise in eine Bioenergiegesellschaft, die elektrische Ladungen gegen Unkraut verwendet.Und hier, in der Region Genfersee, hofft die Investmentgesellschaft wohlhabenden Familien als Kunden für ihren ersten börsennotierten Aktienfonds zu gewinnen.

Am Beispiel von Vis Investimentos zeigt sich, dass der Finanzplatz Schweiz durchaus noch Anziehungspunkte für ausländische Finanzgesellschaften hat. Dass sich ein auf Nachhaltigkeit spezialisiertes Unternehmen ausgerechnet die Schweiz als Standort aussucht, unterstreicht die führende Stellung der Schweiz in diesem Anlagebereich.

Steuern: Kein Kriterium

Ben Ergas«Steuervorteile sind nicht der Grund, warum wir hierher kommen», sagte denn auch Vis-Gründer Benjamin Ergas (Bild). Vis Investimentos werde den Standardsteuersatz bezahlen, sofern es vom Kanton keine Steuerbefreiung gebe.

«Die Schweiz ist und bleibt ein tolles Land, in dem man Geschäfte machen kann.» Steuerliche Anreize seien kein Grund, hierher zu kommen. Er schwärmt von der Innovationskraft und der hohen Effizienz in der Wirtschaft.

Wissen der Hochschulen anzapfen

Für den früheren leitenden M&A-Banker im Tech-Bereich bei Morgan Stanley gibt es noch einen Grund, welchen die Schweiz und vor allem den Kanton Waadt attraktiv machen: Die Hochschulen, insbesondere die ETH Lausanne, die Fachhochschule Westschweiz oder die Forschungsanstalt Agroscope. Das Know-How im Bereich Startup-Unternehmen will Vis Investimentos anzapfen und kooperiert deshalb mit diesen Institutionen.

Darüber hinaus sei Genf als nachhaltiges Finanzzentrum unausweichlich, sagte Ergas, der die Firma zusammen mit Paulo Gazani gründete. Vis will auch in Genf ein Büro für ihren Asset-Management-Arm öffnen und plant, einige Mitarbeiter vor Ort zu beschäftigen.

Verfrühter Abgesang

Es ist bereits die zweite angekündigte Neuansiedlung einer Finanzgesellschaft in der Schweiz innert weniger Tage. Wie finews.ch kürzlich berichtet hat, liess sich auch die britische Online-Bank IG kürzlich in Genf nieder. Sie sieht ihre Chance im CFD-Handel (Contracts for Difference). Der Schweizer Finanzplatz sei strategisch von grosser Bedeutung, sagte IG-CEO Tim Howkins.

Diese Einschätzungen ausländischer Player kontrastieren mit der hiesigen Wahrnehmung einer Schrumpfung des Finanzplatzes, einer laufenden Konsolidierung und einer zunehmenden Abwanderung ausländischer Banken.

Es ist zwar richtig: Im Private Banking findet in der Schweiz eine Neuorientierung statt, im Zuge derer eine Reihe von Auslandsbanken abgewandert sind oder ihre Aktivitäten verkauft haben. Für spezialisierte Anbieter und Nischenplayer ist die Schweiz auf Grund ihrer Finanzinfrastruktur aber nach wie vor ein wichtiger Standort und Anziehungspunkt.

 

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