Andrea Orcel und UBS: Es geschah im Fonduestübli

Ein wegweisendes Fondue-Essen mit UBS-Chef Sergio Ermotti in Zürich oder ein Team-Meeting in der Wüste. Das gefällt Andrea Orcel. Geht es um die Liebe, zeichnet sich der Investmentbankchef der UBS durch einen hartnäckigen Charakter aus.

Andrea Orcel (Bild) könnte glatt als George Cloney durchgehen. Nicht nur sein silbergraues Haar erinnert an eine Wall-Street-Version des Hollywoodstars, sondern auch Orcels Vorliebe für Espresso. Wie es sich für einen Italiener gehört, steht direkt hinter seinem Schreibtisch im Londoner Büro eine Espressomaschine, wie die «New York Times» in einem Porträt über den Investmentbankchef der UBS schreibt.

Sie lüftet auch das Geheimnis, wie es UBS-CEO Sergio Ermotti gelang, seinen früheren Weggefährten bei Merrill Lynch zur Schweizer Bank zu lotsen.

Ermottis Pitch beim Käsefondue

Schliesslich stand es um die UBS damals nicht zum Besten. Und vor allem: Die Investmentbank musste schrumpfen, während Orcel bei der Bank of America damals kurz vor einer Beförderung stand.

Laut «New York Times» geschah es Ende 2011 im Restaurant Le Dezaley beim Käsefondue. Ermotti sprach über seine Vorstellungen «seiner» Investmentbank, die wieder dahin gehören sollte, wo der Kunde war. Orcel habe daraufhin seine Ehefrau Clara konsultiert. Und die sagte: «Entweder du machst es jetzt oder gar nie.»

Le Dezaley

Auf Rabattjagd bei Meetings

Statt auf die Fonduegabel schaut Ermotti seinem Investmentbankchef heute auch mal auf die Finger. So wollte er letztes Jahr von ihm wissen, ob er ein Meeting nur deshalb in Lissabon abhielt, weil seine Frau Clara aus Portugal kommt. Orcel konterte: «Nein, es war wegen des 60-Prozent-Rabatts auf dem Hotel.»

Sparfreudig muss Orcel sein. Seit zwei Jahren leitet er die Geschicke der Investmentbank. Dabei legt er grossen Wert auf Kostensenkungen, forciert das Geschäft mit Fusionen und Börsengängen.

Zum Kraftpaket geschrumpft

Kurzum: Die damals verzettelte Investmentbank ist durch ihn und seine Mannschaft zu einem finanziellen Kraftpaket «geschrumpft», wie die «New York Times» konstatiert.

Orcel, der immer ein Deal-Maker und immer erfolgreich war, wolle das Geschäft zurück zu den Wurzeln führen. Die UBS Investmentbank soll wieder als vertrauenswürdiger Berater für Unternehmen wahrgenommen werden – weg von der grossen Risikobereitschaft und dem eigenen Profitstreben in der Vergangenheit.

Das war auch der Grund, weshalb Ermotti ihn unbedingt bei der UBS haben wollte: Orcel versteht es, das Geschäft wieder nahe an den Kunden zu bringen.

Spezielles Wüstentraining

Dass Orcel dabei auch mit dem harten Besen durch die Investmentbank kehrt, hat auch finews.ch schon berichtet. Der joviale Italiener kann auch hart sein und verlangt Härte, wie eine weitere Anekdote zeigt: Diesen Juli beorderte er sein Team für ein Meeting nach Arizona.

Im Wüstenstaat ist es im Sommer staubtrocken und es herrschen Temperaturen jenseits der 40 Grad Celsius. Orcel erklärte die Wahl des Ortes für sein Team-Meeting so: «Wenn man 45 Grad, Klapperschlangen und die Wüste überlebt, dann kann man sich durchschlagen und gewinnen».

Auch privat Durchaltevermögen

Dass Orcel hartnäckig seine Ziele verfolgt, beweist auch ein Detail aus seinem Privatleben. Bevor er nämlich seine Frau Clara vor fünf Jahren vor den Traualter führen durfte, musste er ihr 13 Jahre lang den Hof machen.

 

 

 

 

 

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