Hier hinken die Schweizer Banken hinterher

Ein Bankkonto bequem mit ein paar Mausklicks online zu eröffnen: In der Schweiz ist die Volldigitalisierung immer noch Zukunftsmusik. Nicht so in Deutschland.

Wer in der Schweiz ein Bankkonto eröffnen will, dem bleibt der zeitaufwändige Gang zur nächsten Postfiliale nicht erspart. Trotz Smartphones im Alltag und Online-Banking-Jubel stellt die aufwändige Identifikation immer noch eine Hürde dar.

In Deutschland hingegen ist das kein Problem mehr. Deutsche Banken machen es den Kunden komfortabler. Dort dauert die neue Bankverbindung lediglich ein paar Minuten. Und zwar ganz über das Internet. Das umständliche Postident-Verfahren zur Legitimation hat in unserem Nachbarsland fast schon ausgedient.

Ausweis vor die Kamera genügt

Zum Beispiel bietet die Direktbank ING-DiBa die Eröffnung eines neuen Bankkontos – und die damit verbundene Authentifizierung für das Online-Banking – auch per Video-Chat an. Bequem und direkt über das Smartphone, auch an Wochenenden, wenn die Postfiliale geschlossen hat.

Kunden müssen lediglich einen gültigen Personalausweis oder Reisepass mit Vorder- und Rückseite vor die Webkamera halten. Nach einer elektronischen Bestätigung per E-Mail oder SMS kann es dann los gehen mit Online-Banking.

Kontoeröffnung in Echtzeit

Einen ähnlichen Weg geht auch das deutsche Finanzinstitut Quirion (Bild oben). Dort ist die Depoteröffnung mit Hilfe der Videolegitimation in Echtzeit möglich, in diesem Fall über den Videodienst Skype.

Jüngstes Beispiel für die Video-Legitimation ist zudem die Targobank. Neukunden, die einen Online-Kredit beantragen, können sich ab sofort auch online legitimieren.

«Dieses Verfahren dauert im Regelfall etwa fünf Minuten», steht in der Pressemitteilung. Die Targobank will das bequeme Modell auf das gesamte Produkt-Angebot ausweiten.

Rechtliche Barrieren in der Schweiz

Solche komfortable Technologien kommen den Wünschen der Kunden nach einer bequemen Identifizierung sehr entgegen. Hier hinkt die Schweiz seinem Nachbarland Deutschland aber klar hinterher.

Während die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) virtuelle Eröffnungen bereits geregelt hat, ist es aus rechtlichen Gründen hierzuland noch nicht möglich, das Verfahren zur Kundenidentifikation ganz online durchzuführen. Hier gilt noch immer der klassische zeitaufwändige Korrespondenzweg, wie die Schweizerische Bankiervereinigung bestätigt.

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