Von wegen Diskriminierung: Bankerinnen verdienen mehr

Das Investmentbanking gilt als letzte Bastion des Machotums. Doch jetzt bröckelt auch sie: Ausgerechnet bei den Boni überrunden die Investmentbankerinnen in der Londoner City ihre männlichen Kollegen – selbst bei der UBS und der Credit Suisse.

Man©Shutterstock

Tagsüber werden die Konterfeis von Kolleginnen im Intranet mit Pin-ups ausgetauscht, nachts wird im Cabaret gefeiert. Keine Frage: Das Cliché der Investmentbank als frauenfeindlicher Boys-Only-Club sitzt tief.

Doch das Cliché hat immer weniger mit der Realität zu tun. Ausgerechnet bei den im Investmentbanking so wichtigen Boni zeichnet sich eine überraschende Veränderung ab. Wo früher in typisch männlicher Manier galt, dass der Kerl mit dem grössten (Bonus) auch sonst der Grösste ist, so heisst es heute: Sie hat den grösseren.

Rund 60'0000 Franken mehr für die Frau

Das legt jedenfalls eine neue Studie nahe, die das auf Kadervergütungen spezialisierte Unternehmen Emolument bei 2'780 Investmentbanken in der Londoner City durchführte – unter anderem auch bei Beschäftigten der Schweizer Grossbanken UBS und Credit Suisse.

Das Resultat sei deutlich, berichten das britische Branchenportal «Financial News» (Artikel zahlungspflichtig) oder die Website «Chief Investment Officer». Investmentbankerinnen im Alter um die Dreissig würden im Schnitt höhere Extravergütungen als ihre männlichen Kollegen erhalten. Gemäss der Umfrage erzielt eine 33-jährige Bankerin in einem Londoner Investmenthaus durchschnittlich 245'000 Franken an Boni. Das sind 60'000 Franken mehr als ein Mann, der die selbe Arbeit verrichtet.

Der Baby-Knick

Von da an nimmt die Geschichte jedoch eine (für die Frauen) betrübliche Wende. Denn der Studie zufolge steigen die «weiblichen» Boni ab einem Alter von 34 Jahren nicht mehr. Noch schlimmer: Sie sinken. Laut den weiteren Studienergebnissen ist es die Baby-Pause, die den Investmentbankerinnen einen Strich durch die Rechnung macht.

Und das erleichtert den Männern die Aufholjagd: In der gleichen Zeit bleiben deren Boni nämlich stabil oder steigen weiter.

Ein Verlust an Talent und Erfahrung

Schliesslich endet alles wieder beim altbekannten Muster: Der Anteil an über 50-jährigen Frauen in der Branche liegt bei gerade noch 10 Prozent. Von den leicht angegrauten Kollegen bleiben hingegen rund 21 Prozent dem Investmentbanking erhalten.

Beides ist recht eigentlich ein Verlust an Talent und Erfahrung, den sich eine so hochspezialisierte Branche eigentlich nicht leisten dürfte.

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NEWS GANZ KURZ

Allianz Suisse

Der Versicherer hat in der Romandie Wohn- und Büroimmobilien im Volumen von rund 290 Millionen Franken erworben. Dabei handelt es sich bislang um die grösste Immobilieninvestition in der Westschweiz für die Allianz Suisse. Angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds investiert der Versicherer verstärkt in Immobilien.

Swiss Re

Die Ratingagentur Fitch hat das Rating für Finanzstärke für den Rückversicherer Swiss Re mit AA– und den Ausblick mit «stabil» bestätigt. Auch das Langfristrating bleibt mit stabilem Ausblick unverändert bei A+.

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

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