Name & Shame: Darum statuierte die Finma jüngst ein Exempel

Im Fall des ehemaligen Bank-Coop-Chefs Andreas Waespi, der mit einem Berufsverbot belegt worden ist, kam es zu einer Premiere: Erstmals nannte die Finma den Namen eines Bestraften – und will es von nun an immer wieder tun. Das erinnert an die Sitten in Amerika.

Jetzt zeigt sich: Der am Mittwoch wegen Kursmanipulationen mit einem Berufsverbot von drei Jahren belegte Ex-Bank-Coop-Chef Andreas Waespi (Bild) hatte Pech. Nicht nur hat die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) nämlich eine Sanktion über ihm verhängt – erstmals hat die Aufsicht auch den Namen des so bestraften genannt, wie finews.ch berichtete. Am Donnerstag teilte die Aufsicht mit, wieso.

«Zur Verstärkung der präventiven Wirkung von Enforcement legt die Finma neu mehr Gewicht auf das Vorgehen gegen natürliche Personen, die das Aufsichtsrecht mutmasslich schwer verletzt haben», heisst es. Damit wird deutlich – mit ihren geänderten «Leitlinien zu Enforcement und Kommunikation» will die Aufsicht von nun an abschreckende Exempel statuieren.

In den Leitlinen heisst es klipp und klar: «Wird Aufsichtsrecht schwer verletzt, veröffentlicht die Finma ihren rechtskräftigen Entscheid nötigenfalls unter Angabe des Namens von Personen oder Unternehmen, sofern sie dies in ihrer Verfügung so angeordnet hat.

Verheerende Massnahme

Die Änderung kommt einem Paradigmenwechsel gleich. Bis ins Jahr 2009 stand der Finma das Berufsverbot als Sanktion gar nicht zu Verfügung. Seither hat es die Behörde über 16 Einzelpersonen verhängt – immer aber blieben deren Namen anonym. Damit wurde die Politik der leisen Töne weitergeführt, die bisher gegolten hatte. Fehlbare Banker traten vom Posten zurück, bevor die überhaupt Finma gegen sie vorging.

Dass nun Namen genannt werden, ist für das Verständnis solcher Fälle in der Öffentlichkeit sicher ein Gewinn. Auf dem kleinräumigen Schweizer Bankenplatz aber, wo jeder jeden kennt, ist die Massnahme für die betroffenen Banker und Institute verheerend.

Peinliche Fragen

Das zeigt beispielhaft der Fall von Andreas Waespi. Der Manager, der die Bank Coop im vergangenen August verlassen hatte und bei der Aargauer Kantonalbank (AKB) neuer Chef werden wollte, sieht sich nun ohne Stelle. Die AKB hat den Vertrag mit ihm aufgehoben – einvernehmlich, wie es heisst. Waespi will das Verbot nun vor Gericht anfechten.

Peinliche Fragen musste sich auch die AKB gefallen lassen: Warum berief sie jemanden auf den Chefposten, gegen den eine Untersuchung der Finma lief? Das Verfahren der Finma sei einige Wochen nach Abschluss des Arbeitsvertrages auf Waespi ausgedehnt worden, liess die AKB verlauten.

Name and Shame

«Name & Shame» – diese Taktik verfolgen Aufsichtsbehörden in den USA und Grossbritannien schon seit Jahren. Mittels einzelner Exempel soll die ganze Branche zivilisiert werden. Solche Sitte erhalten nun offensichtlich auch in der Schweiz Einzug.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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