Darum sind Schwule und Lesben für Banken besonders interessant

Homosexuelle und lesbische Menschen sind neuerdings ein heissbegehrtes Marktsegment im Private Banking. Diese Kunden sind oft betucht, investitionsfreudig, und – ideal für Kundenberater – sehr loyal.

Im Krankheitsindex der Weltgesundheitsorganisation (WHO) galt gleichgeschlechtliche Liebe bis 1992 als eine eigene Krankheit. In der Zwischenzeit hat sich dieses verzerrte Bild gedreht.

Gleichzeitig wittern immer mehr Banken im Geschäft mit Homo- und Bisexuellen sowie Geschlechtsunsicheren (LGBT) enorme Geschäftsmöglichkeiten. So sind auch für die Credit Suisse (CS) LGBT-Fragen zentral.

Neue Märkte

Bereits im Sommer 2008 entwickelte der CS-Kundenberater Toby Fitzgerald mit seinem Kollegen Stephen Connelly Angebote in London, die zum speziellen Lebensstil und den rechtlichen Rahmenbedingungen eines homosexuellen Publikums passte (mehr dazu hier).

Inzwischen gibt es bei der Grossbank sogar eine eigene Abteilung namens «PBWM New Markets Americas», also neue Amerika-Märkte in der Division Private Banking & Wealth Management. Dort sollen Segmente wie Frauen, Afroamerikaner oder eben die LGBT-Community noch gezielter bearbeitet werden, so die Maxime der CS-Spitze. Ebenso entwickelte die Bank vor rund einem Jahr den ersten «LGBT Equality Index» (mehr dazu hier).

Zunehmende «Outings»

Inzwischen springen immer mehr Banken auf diesen Zug auf. Aus gutem Grund: Denn zahlreiche prominente Männer outen sich in der Öffentlichkeit – und setzen damit ein Zeichen für mehr Toleranz.

In einem Schreiben hat sich vergangene Woche auch Apple-CEO Tim Cook zu seiner Homosexualität bekannt. Er sei «stolz darauf, schwul zu sein», erklärte er in dem Text, den das Wirtschaftsmagazin «Bloomberg Businessweek» veröffentlichte.

Cook oder der ebenfalls homosexuelle PayPal-Investor und Facebook-Grossaktionär Peter Thiel sind gebildet, verdienen gut und sind investitionsfreudig. Merkmale, die offenbar auf viele Mitglieder der LGBT-Community zutreffen.

Auf Ratschläge von Experten angewiesen

So erstaunt es nicht, dass viele Vermögensverwalter ein Auge auf diesen Markt werfen. «Die reichen LGBT-Investoren gewinnen mehr und mehr an Bedeutung für Vermögensverwaltungsfirmen», sagte etwa George Walper dem Nachrichtensender «CNBC». Walper ist der Chef der amerikanischen Research- und Beratungsfirma Spectrem.

Es gibt zwar keine verlässlichen Zahlen über die Gruppe der LGBT-Millionäre und Milliardäre. Doch Walper vermutet, dass es sich hier um einen schnell wachsenden Markt handelt.

Vor allem wegen der komplizierten Steuer- und Erbschaftsplanung benötigt diese Gruppe laut Spectrem auch den Rat von Experten. Das Researchunternehmen hat dazu bereits einige Umfragen durchgeführt und mehrere Studien zum Thema publiziert.

Überdurchschnittliche Kundentreue

Neben der rechtlichen Seite der Nachlassplanung weist das LGBT-Kundensegment noch einen anderen entscheidenen Vorteil auf. Studien zeigen: LGBT-Leute sind sehr loyale Kunden.

«Wenn Vermögensberater viel Zeit investieren, um starke Beziehungen mit diesen Menschen zu entwickeln, dann führe das ganz klar zu einer langfristigen Kundenbindung», ergänzt Spectrem-Chef Walper.

 

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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