Sarasin und die Nachhaltigkeit

Ausgerechnet jene Bank, die sich «Nachhaltigkeit» auf die Fahne geschrieben hatte, ist wegen vermuteter Steuerdelikte dermassen unter Druck geraten, dass deren Galionsfigur Eric Sarasin zurücktreten muss. Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Der Rücktritt von Eric Sarasin (Bild), einem der letzten verbliebenen Bankiers, der noch einen traditionsreichen Namen im Schweizer Geldgewerbe trägt, ist eine weitere Eskalationsstufe im dramatischen Niedergang des Schweizer Bankwesens. Es entbehrt jedoch nicht einer gewissen Ironie, dass nun ausgerechnet eine Person respektive eine Bank zum Opfer wird, die vor allem in den vergangenen zwanzig Jahren so stark und bewusst auf Nachhaltigkeit gesetzt hat.

Tatsächlich gehörte die Bank Sarasin zu den Pionieren im Bereich «Sustainability», also im nachhaltigen Investieren. Damit verbunden, und das betonten die Bankoberen auch immer, war ebenso eine Nachhaltigkeit in der Geschäftspolitik respektive im Geschäftsmodell gemeint. Man legte also grossen Wert darauf, dass auch die Abläufe im Hause, das Image wie auch der Umgang mit dem Personal «nachhaltig» erfolgten.

Wasser gepredigt – Wein getrunken

Mit dem Rücktritt Sarasins offenbart sich jedoch, dass die Bank möglicherweise Wasser predigte, aber Wein trank. Denn wie anders ist es zu erklären, dass die Basler Bank nun in Deutschland in einem enormen juristischen Schlamassel sitzt? Ein Schlamassel, das offenbar derart gross ist, dass das Aushängeschild der Bank zurücktreten muss.

Natürlich gilt auch in diesem Fall nach wie vor die Unschuldsvermutung. Doch diese jüngste Ankündigung ist ein weiteres Mosaikstückchen in einem Bild, das uns leider eine bedenkliche Realität im Schweizer Bankwesen der vergangenen Jahrzehnte offenbart. Man kann es drehen und wenden wie man will: Swiss Banking war halt doch – selbst bei höchst renommierten Finanzinstituten – auch ein Geschäftsmodell, um den Kunden zu helfen, Steuern zu hinterziehen und den Staat zu hintergehen. Selbst wenn viele Schweizer Bankiers stets das Gegenteil behauptet haben.

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NEWS GANZ KURZ

Swiss Life

Swiss Life Asset Managers erweitert ihr Immobilienportfolio in Deutschland um das Wohn- und Geschäftshaus Bernsteincarré in Leipzig. Auf 6'500 qm Mietfläche werden Geschäfte, Gastronomie und Büros entwickelt. Hinzu kommen 18 Wohnungen. Das Projekt befindet sich aktuell im Bau, die Fertigstellung ist für 2017 vorgesehen.

Syz Asset Management

Am 1. Dezember hat der internationale Vermögensverwaltungs-Arm der Genfer Bank Syz eine Niederlassung in München eröffnet. Wie finews.ch exklusiv berichtete, wird die Niederlassung von Michael Schlieper, Region Head Deutschland und Österreich, geleitet.

Varia US Properties

Die Zuger Immobilienfirma Varia US Properties hat am Donnerstag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse SIX. Insgesamt wurden 3,5 Millionen Aktien zu einem Preis von 35 Franken ausgegeben. Varia konzentrier sich auf den US-Miethäusermarkt.

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

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