Raoul Weil – Was in der Schweiz nicht stimmt

Nach seinem überraschenden Freispruch in den USA kritisiert der Ex-UBS-Banker die laue Verteidigung des Bankgeheimnisses in der Schweiz. Der Vorwurf platzt mitten in die Debatte um das US-Steuerprogramm.

Die Überraschung war perfekt: Am Montag wurde der ehemalige UBS-Top-Banker Raoul Weil (Bild) vor einem Gericht in den USA freigesprochen – schneller und deutlicher als erwartet.

Gegenüber dem Westschweizer Radio «RTS» zeigte sich Weil sichtbar erleichtert: Für ihn gingen «sechs Jahre Albtraum» zu Ende, sagte der ehemalige Chef des UBS Wealth Management, den die US-Justizbehörden als Hauptverantwortlichen für die Steuerdelikte der Grossbank angesehen hatten. Er wolle nun in seine Heimat zurückkehren, zu seinen Eltern und seinem Hund.

Zitterpartie für Kategorie-2-Banken

Dennoch konnte sich Weil eine Spitze gegen die Schweiz nicht verkneifen: Es sei ein Hohn, dass Leute in die USA das Schweizer Bankgeheimnis verletzten könnten und in der Schweiz dafür nicht belangt würden. Damit mag er all die Ex-Kollegen gemeint haben, die mit den US-Behörden einen Deal geschlossen hatten und teils im Weil-Prozess aussagten. «Da stimmt etwas nicht in der Schweiz», ärgerte sich Weil.

Weils Kritik dürfte aber auch auf den Chefetagen all jener Banken gehört werden, die sich in der Kategorie 2 des US-Programms um eine Beilegung des Steuerstreits mit den USA bemühen. Von diesen forderten die Amerikaner Zusagen zu umfangreichen Datenlieferungen – eine Verletzung des Bankgeheimnisses, die klar strafbar wäre. Für betroffene Institute liege das Programm damit auf Eis, wie Migros-Bank-Chef Harald Nedwed gegenüber finews.ch sagte.

Exempel an Renzo Gadola

Umso wichtiger wäre jetzt ein Positionsbezug der Schweizer Behörden, mit welcher Härte sie in Sachen Bankgeheimnis künftig vorzugehen gedenkten.

Ein prominentes Urteil gab es bisher nur in einem einzigen Fall: So verurteilte die US-Bundesanwaltschaft im vergangenen Oktober den ehemaligen UBS-Banker Renzo Gadola, weil er den US-Ermittlern nach seiner Verhaftung in Miami Daten von Kunden übergab, die Schwarzgeld in der Schweiz gelagert hatten.

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Die Grossbank UBS hat mit einer Zahlung von 15 Millionen Dollar an die US-Börsenaufsicht SEC ein Verfahren um den Verkauf komplizierter Derivate an Privatkunden beigelegt.

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