Die Leipziger Saga nimmt für die UBS kein Ende

Die UBS verklagte die Stadt Leipzig auf Millionen – nun hat die Bank verloren. Doch die unselige Geschichte ist damit noch nicht vorbei.

Über Jahre zog sich der Streit mit den Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) und der UBS hin – im Geschäftsbericht der Grossbank hatte die Causa unter «Rechtsrisiken» jeweils einen Stammplatz inne. Jetzt ist vor einem Gericht in London das Verdikt gefallen: Die UBS zieht gegen die ostdeutsche Stadt den Kürzeren.

Konkret wird das Schweizer Institut für Verluste verantwortlich gemacht, welche die Wasserwerke mit einer geplatzten Kreditausfallversicherung eingefahren hatten. Die Versicherung hatten die KWL mit der UBS abgeschlossen – und ihrerseits von der Bank Kreditverbriefungen (CDO) entgegengenommen. In der Finanzkrise verloren die Wertpapiere dann dramatisch an Wert.

UBS will Urteil anfechten

Für die geplatzte Kreditversicherung verklagte die Schweizer Grossbank die Wasserwerke auf 350 Millionen Euro, plus Zinsen. Daraus wird nun nichts. Leipzig haftet nicht für sein Wasserwerk. Der Verlust bleibt bei der UBS. Diese will jedoch das Urteil anfechten, wie die Bank gegenüber Nachrichten-Agenturen ausführte.

Damit würde die Chance verpasst, endlich das Buch über der unseligen KWL-Saga zu schliessen. Diese hatte über die Jahre allerlei Unglaubliches bis Unappetitliches an die Öffentlichkeit befördert. Nicht nur, dass deutsche Kommunal-Funktionäre offenbar hochriskanten Finanzwette à la Wall Street nachgegangen waren. Auch die echten Banker kamen schlecht weg.

«Wie man Investmentbanking nicht betreiben sollte»

So wurde der UBS von deutscher Seite zeitweilig unterstellt, einer ihrer Banker habe KWL-Berater mit Besuchen in Strip-Lokalen und Luxus-Safaris bei Laune gehalten. Für die UBS hatten die Richter in London denn auch mahnende Worte übrig, wie der deutsche Fernsehsender «MDR» berichtet: «Für die UBS ist die Sache ein Lehrbuchbeispiel, wie man Investmentbanking gerade nicht betreiben sollte.»

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