Aargauische Kantonalbank vermeidet Führungsvakuum

Beim Staatsinstitut ist der neue Chef der Alte. Nach dem Eklat um das Finma-Berufsverbot für den designierten Chef Andreas Waespi übernimmt sein Vorgänger Rudolf Dellenbach das Ruder. Die Nachfolgeplanung wird damit nicht einfacher.

Andreas Waespi 160Der Bankrat der Aargauischen Kantonalbank (AKB) musste offensichtlich improvisieren. Nachdem der designierte Chef Andreas Waespi (Bild links) von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) mit einem Berufsverbot belegt wurde, galt es, ein Führungsvakuum zu vermeiden. Das tat die Staatsbank nun – indem sie den lang gedienten Vorgänger Waespis zurück ins Amt rief.

Rudolf Dellenbach (Bild oben) wird demnach sein Amt als Direktionspräsident der AKB bis Mitte 2016 weiter ausüben, wie die Bank heute Dienstag mitteilte.

Erfolgreiche Ära

Dellenbach stand der Aargauer Staatsbank seit 2006 vor; ihm wird ein gutes Einvernehmen mit der kantonalen Politik nachgesagt. Unter Dellenbach prosperierte die Bank. Sie vergrösserte ihre Bilanzsumme auf zuletzt 22,2 Milliarden Franken und beschäftigt rund 800 Mitarbeitende im 31 Filialen auf Aagauer und Solothurner Kantonsgebiet.

Dennoch kann Dellenbach nun nicht in Rente gehen. Ende Oktober verhängte die Finma ein überraschendes Berufsverbot über ex-Bank-Coop-Chef Waespi, der Anfang 2015 die Nachfolge von Dellenbach hätte übernehmen sollen. Waespi wurde von der Aufsicht für Kursmanipulationen bei der Bank Coop verantwortlich gemacht, wie auch finews.ch berichtete.

Zuwarten mit Chef-Suche bis 2015

Die AKB musste sich im Nachgang des Eklats den Vorwurf gefallen lassen, trotz Kenntnis des Aufsichts-Verfahrens am Kandidaten Waespi festgehalten zu haben. Gut möglich, dass man sich auch deshalb mit der Wahl eines neuen Chefs Zeit lassen will.

Die Suche nach einem Nachfolger für Dellenbach werde erst im Juni 2015 wieder aufgenommen, heisst es bei der Bank. Offiziell ist der Grund ein anderer: Der Bankrat unter Präsident Dieter Egloff will nämlich erst die Revision des Kantonalbank-Gesetzes abwarten. Dieses beeinhaltet unter anderem die maximale Gehaltshöhe für den künftigen AKB-Chef.

Lohndeckel in Sicht

Nach dem Gesetzes-Vorschlag darf dieser künftig nicht mehr als das Doppelte eines Regierungsrats verdienen. Konkret liegt der Lohndeckel bei 600'000 Franken.

Das wären Bedingungen, die bei der Suche nach Dellenbachs Nachfolger womöglich hinderlich sein könnten. Zudem waren die Anforderungen hoch gesetzt, als die AKB das letzte Mal einen Chef suchte.

In einem Inserat in der «Schweiz am Sonntag» Anfang Jahr lautete das Profil für den Chefposten bei der Staatsbank noch: «Mehrjährige und erfolgreiche Führungserfahrung auf Direktions- und Geschäftsleitungsebene.»

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