Daniel Savary: «Es scheitert meist am Personal»

Daniel Savary, ein Private Banker mit langer Erfahrung in der Golfregion und darüber hinaus, weiss, weshalb manche Banken in dieser Region scheitern.

Herr Savary, Dubai scheint der sichere Hafen in einer ansonsten eher instabilen Region zu sein. Oder täuscht dieser Eindruck?

Nein, Dubai hat sich tatsächlich zu einem Hub zwischen Ost und West entwickelt. Zu verdanken ist dies einem visionären und offenen Führungsstil der dort herrschen Scheichs. So ist in Dubai ein Mix an Kulturen herangewachsen. Die Gesetzgebung ist so angelegt, dass wenig Konfliktpotenzial besteht. In Dubai treffen Morgen- und Abendland auf positive Weise zusammen, was sich auch in unserer Kundenstruktur widerspiegelt. Wir haben lokal ansässige Kunden ebenso wie Expats auf der Top-Management-Ebene.

Julius Bär hat schon früh auf Dubai gesetzt.

Wir waren sogar die allererste Auslandsbank im Dubai International Financial Center. Auf unserer Lizenz steht die Ziffer 001. Darauf sind wir stolz. Beim Start vor über zehn Jahren waren fünf Leute für die Bank tätig, heute sind es mehr als 70. Im Gegensatz zu anderen Banken haben wir selbst in der Krise von 2008 aktiv kein Personal abgebaut, nur durch die natürliche Fluktuation.


 «Wir gehen mit offenen Augen durch die Welt»


Diese nachhaltige Entwicklung ist auch ein Ausdruck dafür, dass Julius Bär in Dubai gut verankert ist, über eine hohe Expertise und ein gutes Netzwerk verfügt.

Suchen Sie Personal bei lokalen oder bei ausländischen Banken?

Vor Ort sind wir natürlich an Kundenberatern interessiert, die ein extensives Netzwerk in der Region haben. Zudem schauen wir uns auch an internationalen Standorten um, an denen traditionell die Marktregion «Östliches Mittelmeer, Naher Osten und Afrika» (EMMEA) betreut wird, also in Genf, London und Zürich.

Was ist mit Akquisitionen?

Wir gehen mit offenen Augen durch die Welt und schauen uns zahlreiche mögliche Kaufobjekte an. Wachstum alleine kann aber bei Zukäufen nicht der Treiber sein. Man muss auch die Risiken beachten.

Für Julius Bär ist der Nahe Osten eine der Wachstumsregionen, andere Banken befinden sich auf dem Rückzug. Bietet diese Konsolidierung für Sie Chancen?

Man hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Auslandsbanken in Dubai kommen und gehen sehen. Natürlich bietet dieser Standort einen sehr interessanten und attraktivern Markt. Aber das Publikum dort ist sehr international, die Preisstrukturen vor Ort sind deutlich kompetitiver geworden.


«Dubai gilt als Steuerparadies»


Zwar gilt Dubai als Steuerparadies, aber entsprechend hoch sind auch die Lebenskosten. Allein die Immobilienpreise sind in kurzer Zeit wieder um 25 Prozent gestiegen. Das heisst, um dort erfolgreich zu sein, muss man aus einer Position der Stärke heraus agieren können. Julius Bär baut jeweils erst dann eine Onshore-Präsenz auf, wenn ein gewisses Geschäftsvolumen vorhanden ist.

Was haben andere Banken falsch gemacht?

Man konnte beispielsweise beobachten, dass kleinere Banken in Dubai einen Wachstumsmarkt sahen, einen Standort eröffneten und dann erst das qualifizierte Personal suchten. Das ist in der Regel ein schwieriges Unterfangen und braucht viel Glück.

Vielfach beruhte die Strategie auch auf einzelnen Managern, die bei früheren Arbeitgebern bereits Erfahrung in der Region gemacht hatten und diese dann für eine neue Bank in den Aufbau eines Standorts stecken sollten. Auch da scheiterte es meist an der Rekrutierung des geeigneten Personals, an der Durchschlagskraft und auch an den nachgefragten Services. Nicht alle Banken haben die Bilanz dazu.

Was meinen Sie damit?

Das Kreditgeschäft in der Region ist sehr wichtig. Dafür braucht es eine entsprechende Bilanz. Ausserdem ist die Kundschaft heute viel anspruchsvoller. Die jüngere Generation ist international ausgebildet, hat in der Regel ein starkes Finanz-Know-how. Zudem achtet die Kundschaft besonders auch auf die Kostenseite und ist enorm anspruchsvoll was die Renditen angeht.

Wie schafft sich Julius Bär da einen Wettbewerbsvorteil?

Zunächst bieten wir durch unsere starke Eigenkapitalbasis einen hohen Grad an Sicherheit. Zudem sind wir ausschliesslich auf Private Banking fokussiert. Unseren Beratungsansatz nenne ich «holistisch»: Der Berater erfasst die Bedürfnisse des Kunden genau und hat bei Bedarf den entsprechenden Spezialisten zur Seite. In diesem Vorgehen sehe ich eine Stärke von Julius Bär.


«In meinem Bereich arbeiten rund 200 Leute»


Sie haben das Kreditgeschäft angesprochen. Wir stark betreibt Julius Bär dieses Lending?

Wir bieten das Kreditgeschäft nicht losgelöst vom übrigen Geschäft mit einem Kunden an. Es ist Teil einer nachhaltigen Kundenstrategie. Und wir können angesichts unserer Kapitalstärke mit gutem Gewissen sagen, dass wir dafür die nötigen Sicherheiten haben.

Sie sind vor gut zwei Jahren von Clariden Leu zu Julius Bär gestossen, wo Sie seither die EMMEA-Region leiten. Wie hat sich in ihrem Einzugsgebiet die Übernahme des internationalen Wealth-Management-Geschäfts von Merrill Lynch ausgewirkt?

Wir sind ziemlich gewachsen. Allein in meinem Gebiet sind zwei Standorte hinzugekommen: Beirut und Bahrain. Sie ergänzen die bereits bestehenden Julius-Bär-Standorte in Dubai, Abu Dhabi, Kairo und Istanbul. Durch die Integration ist mein Team aber auch in der Schweiz, also in Genf und in Zürich sowie in London und in Monaco, markant gewachsen.

Was heisst das aufs Personal bezogen?

In meinem Bereich arbeiten rund 200 Leute, davon rund 40 in Dubai.

Wie hoch sind die verwalteten Vermögen?

In absoluten Zahlen machen wir keine Angaben dazu. Bekannterweise stammen aber rund 50 Prozent der gesamten verwalteten Vermögen bei Julius Bär aus den Wachstumsmärkten, davon wiederum die Hälfte aus Asien. Die restlichen 25 Prozent verteilen sich demnach auf Lateinamerika, Ost- und Mitteleuropa und EMMEA.

Wie wollen Sie das Geschäft in der Region EMMEA ausbauen?

Die bis 2018 definierte Roadmap beruht auf drei Säulen: organisches Wachstum, strategische Personalrekrutierung und auch Akquisition oder Kooperation. Die Region birgt ein erhebliches strukturelles Potenzial für weiteren Wohlstand. Dabei ist das Ölgeschäft nur ein Treiber.


«Der Immobilienmarkt hat sich stark erholt»


Im Gegensatz zu Saudi Arabien und Abu Dhabi hat Dubai nur sehr geringe Erträge aus der Ölförderung. Darum bauten die Regierenden schon früh einen Dienstleistungssektor auf, der seither ein für das Private Banking höchst interessantes Publikum anzieht. Impulse in der Region kommen auch aus dem Immobilienmarkt, der sich seit der Krise vor ein paar Jahren stark erholt hat.

Ist Islamic Banking für Julius Bär auch ein Wachstumsmarkt?

Tatsächlich verzeichnet die Region eine zunehmende Nachfrage nach diesen Dienstleistungen. Wir bedienen diesen Markt selbstverständlich auch, doch unsere Spezialität liegt eher auf der absoluten Performance und unserer Expertise bei internationalen Anlagen. Ein Kunde, der Sharia-konform investieren will, geht eher zu einem lokalen Anbieter. Mit diesen Instituten wollen wir nicht im Wettbewerb stehen.


Der 41-jährige Daniel Savary wechselte 2012 von der Bank Clariden Leu zu Julius Bär und ist dort Leiter der Marktregion Eastern Mediterranean, Middle East & Africa (EMMEA)

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Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

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Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

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Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

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Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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