Banken: Vergesst Social Media!

Führende Schweizer Banken trimmen ihre Mitarbeiter auf den Einsatz von Social Media. Damit tun sie jedoch völlig das Falsche: Zu diesem Schluss kommt ausgerechnet eine Umfrage aus den Technologie-affinen USA.

In der Schweizer Private Banking gelten Social Media als die Zukunft, die Digitalisierung als das Gebot der Stunde. Das gilt insbesondere für die Credit Suisse, deren Präsident Urs Rohner die Bank klar auf die neuen digitalen Trends einschwören will und deren Banker bald ein iPad zu Kundengesprächen mitnehmen. Das gilt aber auch für die UBS, die sich unter ihrem Multichannel-Projektleiter Andreas Kubli zu einem eigentlichen Versuchslabor für Social Media entwickelt hat.

Sogar die Schweizer Regional- und Kantonalbanken stimmen darin überein, dass die Technologischen Neuerungen ihr Geschäft innert fünf Jahren auf den Kopf stellen werden.

Lieber Gespräch als Inforauschen

Doch ausgerechnet in den USA, wo Social Media längst zum Siegeszug angesetzt haben, kommt die Finanzbranche zu einem ganz anderen Fazit. Das jedenfalls lege die diesjährige Ausgabe der «AdvisorBenchmarking RIA Trend Study» nahe, wie das amerikanische Branchenportal «Wealthmanagement.com» berichtet.

Die Studie, die auf einer Umfrage unter 2'400 Kundenberatern in ganz Amerika beruht und heuer zum zehnten Mal durchgeführt wurde, räumt nämlich den Social Media einen absolut untergordneten Stellenwert im Kundenkontakt ein.

Chart 500

Ja, noch mehr: Weil Social Media und der «stets-erreichbar-Lifestyle» derart um sich griffen, so die Studie, sei es umso wichtiger für Kundenberater, «das Hintergrundrauschen auszublenden» und einen möglichst persönlichen Kontakt zum Kunden zu pflegen.

Und dabei seien, findet die Mehrheit der befragten Kundenberater, nichts so zweckmässig wie das althergebrachte Kunden-Meeting oder ein Telefonanruf (siehe Grafik).

Podcasts und Webinars für die Katz

Ein Email, so die Erhebung, mag zwar für eine funktionierende Kontaktpflege noch angehen. Andere, auch im Schweizer Banking lieb gewonnene Hilfsmittel für die Kundenkommunikation fallen jedoch gänzlich durch.

Der Studie zufolge als wenig wichtig erachtet werden etwa Kundenanlässe, bei denen die Unterhaltung im Vordergrund steht, sowie flächendeckend versandte Newsletter. Noch schlechter schneiden Social Media ab (mit einem Rating von 0,24). Gar ganz für die Katz' sind aus Sicht der befragten Kundenberater Konferenzschaltungen, Webinars und Podcasts.

Die USA sind nicht die Schweiz, und bei den Antworten den Kundenberater mag wohl eine Spur Misstrauen gegenüber Neuem mitgespielt haben. Dennoch taugt das Resultat als Denkanstoss für all jene Macher im Swiss Banking, die über all den neuen technischen Hilfsmittel zuweilen vergessen, dass beim Banking der Umgang mit Menschen im Zentrum steht.

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NEWS GANZ KURZ

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

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