US-Programm: Waren die Schweizer Banken zu wenig cool?

Die Schweizer Privatbank der britischen Barclays schliesst sich dem US-Programm zur Beilegung des Steuerstreits nicht an. Offenbar beweisen die Briten bessere Nerven als ihre Schweizer Kollegen.

An einer Pressekonferenz heute Donnerstag machte Francesco Grosoli eine überraschende Eröffnung. Barclays Bank (Suisse), die Privatbanken-Tochter der britischen Grossbank in der Schweiz, nehme am US-Programm zur Beilegung des Steuerstreits mit Amerika nicht teil, sagte der Private-Banking-Chef von Barclays für die Schweiz und Monaco.

Zu diesem Entscheid sei die Bank nach monatelanger Prüfung der Kunden-Dossiers gelangt.

Nichtteilnahme ist plötzlich eine Option

Das wirft ein neues Licht auf die gut 100 vorab Schweizerischen Banken, die sich im US-Programm in die Kategorie 2 einteilten. Die Institute bekannten sich damit auf Vorrat schuldig, Amerikanern bei Steuerdelikten behilflich gewesen zu sein. Gerade die Schweizer Kantonalbanken, bei denen auch ein politisches Moment mitspielt, reihten sich in Scharen ins Programm ein.

Getrieben auch durch den Druck seitens der Schweizerischen Finanzmarktaufsicht (Finma), fassten Schweizer Banken-CEO oftmals den Entscheid, bevor überhaupt alle Daten gesichtet waren.

Bewiesen sie damit zu wenig Mut? Barclays Suisse jedenfalls fällte in Abstimmung mit den amerikanischen Justizbehörden einen ganz anderen Entscheid. Und wie es aus dem Umfeld der Bank heisst, könnten noch andere Institute in der Schweiz mit der Idee spielen, gar nicht am Programm teilzunehmen.

Das ist genau das, was die USA vermeiden möchten.

Verfahren liegt auf Eis

Derweil liegt das Verfahren mit den USA, der eigentlich bis Jahresende über die Bühne gehen sollte, auf Eis. Dies, nachdem die US-Justizbehörden Anfang Herbst die Bedingungen des Programms für die teilnehmenden Kategorie-2-Banken massiv verschärft hatten. Für Schweizer Banken erscheint das Programm nun als unannehmbar.

So sagte kürzlich Harald Nedwed, Chef der Migros Bank, gegenüber finews.ch: «Die Bedingungen des «Non Prosecution Agreements» wurden leider allzu restriktiv aufgesetzt. Ein Schweizer Unternehmen darf auf diese neuen Forderungen nicht eingehen, weil es sich sonst in der Schweiz strafbar machen würde.» Auch sein Institut entschied sich für die Kategorie 2.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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