Impact-Investing: Entsteht eine neue Blase?

Investieren für den guten Zweck ist nicht nur edel. Es scheint auch eine potenzielle Falle für Unvorsichtige zu sein. Das WEF warnt reiche Familien: Impact-Investing ist ein Hype.

Impact Investing, mit gutem Gewissen investieren, ist ein noch junger Begriff. Die etwas andere Art der Geldanlage kam erst 2007 so richtig in Fahrt. Das Hauptmotiv: Geld anlegen mit dem Zweck, Gewinne zu erzielen und Gutes für die Gesellschaft zu tun. Also nicht allein die Rendite soll im Vordergrund stehen, sondern Investoren sollen gleichzeitig bestimmte ökologische und soziale Ziele verfolgen, so der Tenor.

Experten schätzen das in diese Anlageklasse investierte Volumen auf etwa 50 Milliarden Dollar. Das ist zwar ein Klacks, wenn man davon ausgeht, dass das weltweit verwaltete Anlagekapital über 60 Billionen Dollar beträgt.

Inzwischen gehört Impact Investing aber immer mehr zum guten Ton unter Reichen und in der Wealth-Management-Szene. Milliardäre wie Jean und Steve Case, die Mitgründer der Internetfirma AOL, oder Pierre Omidyar, der Gründer des Internetauktionshauses eBay, haben Gelder in Impact Investments gesteckt, um einige Beispiele zu nennen.

Potenzielle Blase möglich

Doch die reiche Schicht und ihre Vermögensverwalter verfügen nur selten über die Erfahrung oder die Instrumente, die für Impact Investing erforderlich sind. Das geht zumindest aus einer neuen Studie hervor, die das Davoser Weltwirtschaftsforum (WEF) anlässlich einer Veranstaltung am Rande der Kunstmesse Art Basel in Miami vorstellte. Das WEF, der Veranstalter des jährlichen Weltwirtschaftsforums in Davos, rät reichen Familien sodann auch, gründlich nachzudenken, bevor sie dem Hype folgen.

Noble 2«Wir wollen sicherstellen, dass es eine mässigende Stimme gibt, die dem potenziellen Hype oder einer Blase entgegenwirkt», sagt Abigail Noble (Bild) gegenüber der Nachrichtenagentur «Bloomberg». Noble ist Leiterin für Impact-Investing-Initiativen beim Weltwirtschaftsforum.

Road Map für Family Offices

Das WEF hat in der Studie auch gleich eine Anzahl Tipps parat. Ein Family Office, das mit Impact Investing beginne, solle in einem mehrstufigen Prozess vorgehen, so Noble. «Zuerst sollten die Ziele definiert werden.» Dann sollte bewertet werden, wie die Investments zu den bestehenden Anlagen passen. Ferner sollte im Rahmen einer «Due Dilligence» eine gründliche Prüfung vorgenommen werden. Und schliesslich sollte man die finanziellen und sozialen Auswirkungen beobachten.

Noble empfiehlt schliesslich, mit weniger riskanten Anlageklassen wie Anleihen zu beginnen oder direkt in Branchen zu investieren, in denen sich die Familie auskennt.

Zahlreiche Gelegenheiten

Als eine Hauptproblem macht die Studie fest: Vielen Beratern fehlt es an Erfahrung, wie Impact-Strategien zu bewerten sind. Weitere Herausforderungen könnten höhere Kosten sein, wenn die Familien zu Beginn einen kleinen Teil ihres Vermögens einsetzen. Und bei der Finanzierung von neuen Gesellschaften, die sich zum Ziel gesetzt haben, Gutes zu tun, bestehe ein Liquiditätsrisiko, so wie bei vielen anderen Start-Ups.

Immer mehr Gelegenheiten für Impact Investments bieten sich in verschiedenen Anlageklassen, darunter Aktien und Private Equity. So übernehmen Unternehmen Kosten für den Klimawandel, Konsumenten wollen Produkte, die mit ihren Wertvorstellungen im Einklang sind und Regierungen stossen sogenannte Public-Private-Projekte an, in Bereichen vom Strafvollzug bis zum Naturschutz.

Vor allem Frauen

Im August hatte das WEF in Brasilien ein Round-Table-Gespräch für superreiche Familien zum Thema Impact Investing durchgeführt, das Noble zufolge mehr Leute anzog, als Plätze vorhanden waren. «Überall in der Welt denken die kommende Generation und vermögende Frauen mehr über soziale Belange nach», konstatiert Noble.

Die Studie «Impact Investing. A Primer for Family Offices» finden Sie hier.

 

 

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