Ein erstes Abtasten im Coutts-Deal

Die erste Runde im Bieterprozess um die Privatbank Coutts International dürfte noch keinen Käufer zutage fördern, aber das Seilziehen zwischen den westlichen und fernöstlichen Interessenten verschärfen.

Frühzeitig vor Weihnachten müssen allfällige Interessenten an der Privatbank Coutts International ihre Kaufangebote der derzeitigen Besitzerin, der Royal Bank of Scotland (RBS), einreichen. Dies geschieht in einem so genannten Auktionsverfahren, bei dem die einzelnen Banken die Gemengelage eher noch abtasten und ihre Offerten bis am Freitag entsprechend eher weitläufig formulieren werden.

Mandatiert für diesen Prozess ist die US-Investmentbank Goldman Sachs. Für die RBS werden die Angebote indessen ein Indikator sein, welcher Verkaufspreis realistisch ist. War ganz ursprünglich von einer Kaufsumme von umgerechnet rund 1 Milliarde Franken die Rede gewesen, dürfte sich der effektive Preis inzwischen deutlich darunter einpendeln, wie aus Firmenberaterkreisen zu vernehmen ist.

Asiatische Banken stark interessiert

Aus taktischen Gründen werden die interessierten Banken in der ersten Runde ihre Offerten ohnehin tief halten.

Nach der ersten Runde wird sich auch zeigen, ob es allenfalls doch zu einer Aufteilung der Kundenvermögen von Coutts International kommt. Denn bekanntlich sind mehrere asiatische Banken sehr stark an den Assets aus ihrer Region interessiert, aber nicht an den übrigen Geldern. Insgesamt betreut Coutts International rund 32,4 Milliarden Franken, wovon gut ein Drittel asiatischer Provenienz ist.

Branchenweite Veränderungen

In den vergangenen Wochen haben sich die drei Institute DBS Bank, United Overseas Bank (UOB) sowie die Maybank (Malayan Banking BHD) energisch um die asiatischen Coutts-Vermögen bemüht, wie auch finews.ch berichtete.

Diese Institute, die im Zuge der branchenweiten Veränderungen in der Vermögensverwaltung einiges daran setzen, ihre Marktanteile im (asiatischen) Private Banking auszubauen, manifestieren ein umso grösseres Interesse an Coutts. Offenbar wären sie sogar bereit, für bestimmte Assets eine stattliche Prämie zu bezahlen, wie aus Singapur zu vernehmen ist.

Moderne IT

Würde es der RBS in einem solchen Fall gelingen, mehrere Käufer für sämtliche Asset-Segmente zu finden, könnte sie möglicherweise einen höheren Preis lösen als bei einem Verkauf des Gesamtpakets.

Interessant wird es ausserdem sein, den Wert der IT von Coutts International festzustellen. Die Bank hat in den vergangenen fünf Jahren einiges in ihr Informatik-System investiert, so dass es modern ist und daher auch einen guten Preis lösen könnte.

Schweizer Interessen

Ging man bislang davon aus, dass allfällige Schweizer Interessenten nur am Gesamtpaket interessiert sind, könnten bei einem allfälligen Teilverkauf jedoch auch die Credit Suisse sowie Julius Bär in die Bieterrunde einsteigen – Julius Bär für die Assets in Asien sowie für die IT; die Credit Suisse für die attraktiven Assets in Asien, um so ihren Marktanteil in einem der wichtigsten Wachstumsmärkte zu steigern.

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