Absturz einer Superfrau

Meredith Whitney sagte einst die Finanzkrise voraus und gelangte zu Weltruhm. Doch jetzt hat der kometenhafte Aufstieg der Wall-Street-Vorzeigefrau ein Ende gefunden.

Sie ist die wohl berühmteste Analystin der Wall Street. Doch als Investorin machte Meredith Whitney (Bild) zuletzt keine gute Figur.

Der Hedge-Fund der brillanten Blondine ist der Agentur «Bloomberg» zufolge dieses Jahr nämlich um 11 Prozent gefallen. Der US-Leitindex S&P 500 stieg in der selben Zeit um 12 Prozent. Doch damit endet die Pechsträhne der Frau, die 2008 den Kurssturz der amerikanischen Grossbank Citigroup beschleunigte, noch lange nicht.

Büro steht zur Vermietung

Denn nun fordert offenbar ein grosser Investor sein Geld zurück, während wichtige Mitarbeiter von Whitneys Anlagefirma abgesprungen sein sollen. Und wie wenn das nicht der Rückschläge genug wären: Das Büro an der noblen Madison Avenue in Manhattan, von wo aus Whitney ihren American Revival Fund verwaltet hatte, steht neuerdings zur Vermietung.

Es sieht damit ganz danach aus, als sei der kometenhafte Aufstieg der Finanz-Vorzeigefrau an der Decke angelangt. Whitney, die als Analystin von Oppenheimer & Co mit ihren kritischen Einschätzungen die Citigroup ins Trudeln brachte und die anschliessende Kredit-Krise prognostizierte, hatte sich unter viel Aufsehen im Februar 2009 selbständig gemacht. Mit der Meredith Whitney Group führte sie ihr viel beachtetes Research nun auf eigene Rechnung weiter – und fand als Investorin mit der Nachfolge-Firma Kenbelle Capital prominente Geldgeber.

Milliardär will Geld zurück

So den Milliardär Michael Platt, seines Zeichens Gründer des grossen Hedge-Funds Bluecrest Capital, der auch in Genf eine Niederlassung führt. «Bloomberg» zufolge investierte Bluecrest über einen seiner Fonds Ende 2013 nicht weniger als 50 Millionen Dollar bei Whitney.

Nun habe das Vehikel schon zweimal sein Geld zurück gefordert, wie die Agentur unter Berufung auf anonyme Quellen schreibt.

Ein Kapital-Rückruf wie jener von Bluecrest ist mithin das Schlimmste, was einem Hedge-Fund-Verwalter widerfahren kann. Entweder, er zahlt das Geld zurück und muss dazu Wertschriften im dümmsten Moment verkaufen. Oder er blockiert alles Vermögen im Fonds und ruiniert seinen Ruf bei den Investoren.

Mitgründer geht

Auch so laufen Whitney offenbar die Top-Kader davon. So sollen Kenbelle-Mitgründer Stephen Schwartz, der Finanzchef sowie der Backoffice-Leiter ihrem Unternehmen den Rücken gekehrt haben.

Wie sehr die Finanzmärkte selbst Wall-Street-Grössen zusetzen können, erfährt nun Whitney am eigenen Leibe. Nur dass Kenbelle Capital im Unterschied zu Citigroup nicht auf Staatshilfe hoffen kann.

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NEWS GANZ KURZ

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

Die Ende Oktober angekündigte Lancierung der Beteiligungsgesellschaft BB Healthcare Trust plc an der London Stock Exchange wurde erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines Aktienplatzierungs-programms konnte in der Erstemission ein Platzierungsvolumen von GBP 150 Mio. realisiert werden. Der erste Handelstag im Premium Segment der Londoner Börse ist der 2. Dezember 2016 (ISIN: GB00BZCNLL95, Bloomberg-Ticker: BBH LN).

Acron

Die auf Immobilieninvestments spezialisierte Acron hat den Kauf des projektierten Sheraton Fisherman‘s Wharf Hotels im kalifornischen San Francisco abgeschlossen. Das gesamte Investitionsvolumen bewegt sich im mehrfachen, dreistelligen Millionenbereich und stellt damit das bisher grösste Einzelinvestment der Acron-Gruppe dar.

Raiffeisen

Die beiden Raiffeisenbanken Fulenbach-Murgenthal-Langenthal und Oberes Gäu-Aare haben sich für einen Zusammenschluss entschieden. Die neue Raiffeisenbank soll unter dem Namen «Raiffeisenbank Aare-Langete» auftreten.

Schroder

Schroder Real Estate hat drei Schweizer Geschäftsimmobilien für den kotierten Immoplus-Fonds erworben. Die Transaktion bringt das Fondsvermögen auf rund 1,5 Milliarden Franken. Das Portfolio hat Rockspring Investment Managers verkauft. Es handelt sich dabei um vollständig vom «Do it yourself»-Spezialisten Hornbach Baumarkt gemietete Liegenschaften.

Glarner Kantonalbank

Die Glarner Kantonalbank (GLKB) weitet die Laufzeiten ihrer angebotenen Hypotheken aus. In Filialen erworbene Hypotheken können neu eine Laufzeit von bis zu 15 Jahren haben, online erworbene eine solche von bis zu 20 Jahren. Käufer sollen somit länger von tiefen Zinsen profitieren können.

Zurich

Die Zurich Gruppe Deutschland hat den Altezza Bürokomplex in München erworben. Verkäufer des 2009 erbauten Bürogebäudes ist die Warburg-HIH Invest Real Estate. Über den Kaufpreis vereinbarten die Parteien Stillschweigen. Beraten wurde Zurich bei der Transaktion durch Luther Köln.

BEKB

Die BEKB Roggwil wird per 30. Juni 2017 in die Niederlassung Langenthal integriert. Die betroffenen Mitarbeitenden werden bei der BEKB weiterbeschäftigt. Die Integration erfolgt, weil sich das Kundenverhalten im Bankgeschäft stark verändert hat.

UBS

Mit Blick auf die Art Basel im amerikanischen Miami fasst die Schweizer Grossbank ihre erhebliche Kunstsammlung in einem neuen Bildband zusammen. Das Buch «UBS Art Collection: To Art its Freedom» wird an Januar 2017 erhältlich sein.

Vontobel AM

Die europäische Ratingagentur Feri EuroRating Services und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben die Schweizer Bank Vontobel als besten Asset Manager für Rohstoffe in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgezeichnet.

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