UBS Investmentbank: Von wegen Powerhaus

Im vergangenen Jahr boomten Kapitalmärkte, Private Equity und M&A. Eigentlich eine hervorragende Ausgangslage für die UBS Investmentbank, um sich als Powerhaus zu profilieren. Gemäss Statistiken ist ihr das aber gründlich misslungen. Doch der Bank sind diese Statistiken egal.

Andrea Orcel weibelt für sein Business, wo er nur kann. Aus dem ihm unterstellten UBS-Investmentbanking wolle er eine Wall-Street-Firma der alten Schule machen, liess sich der Top-Banker auch schon von der Agentur «Bloomberg» zitieren.

Eine neue Kraft im «klassischen» Beratungsgeschäft bei Firmen-Fusionen und -Übernahmen (M&A) will Orcel aus der UBS machen. Wie er aber gleich selber gibt, sei Bank «dort noch nicht angekommen».

Boden gegenüber Credit Suisse verloren

Die Wegstrecke zum Ziel ist möglicherweise weiter, als es Orcel lieb ist. Das jedenfalls legen die «League-Tables» nahe, welche die Analysefirma Mergermarket diese Woche veröffentlicht hat.

In den für Investmentbanker enorm wichtigen Rankings zeigt sich nämlich, dass die Schweizer Grossbank im Beratungsgeschäft 2014 keine Fortschritte erzielt hat. Im Gegenteil: Sie verlor massiv an Boden und fiel hinter die Deutschen Bank und Lokalkonkurrentin Credit Suisse zurück.

League Table Wert

So nimmt die UBS für 2014 in den globalen League Tables, gemessen am Wert ihrer Transaktionen, nur noch den 10. Rang ein – 2013 lag sie noch auf dem 6. Rang. In der Rangliste, welche die Anzahl Transaktionen als Mass nimmt, liegt die UBS sogar nur noch auf dem 15. Rang, ein Verlust von zwei Plätzen.

League 2014 Deal

Was nachdenklich stimmen muss

Das stimmt nachdenklich, zumal das vergangene M&A-Jahr das drittbeste seit Beginn der Mergermarket-Aufzeichnungen 2001 war. Sogar noch besser lief das Geschäft mit den Private-Equity-Exit: Nur 2007 lag der Wert der Private-Equity-Exits höher als 2014 – kurz vor dem Platzen der Finanzblase.

Noch nachdenklicher stimmen muss die Bilanz der UBS Investmentbank in den wichtigsten Märkten USA und Europa: In beiden ist sie im M&A-Geschäft 2014 aus den Top Ten gefallen; sowohl in den USA als auch in Europa sackte sie vom 6. auf den 12. Platz ab.

In der Region Asien-Pazifik konnte sich die UBS immerhin noch vor der Deutschen Bank und der Credit Suisse halten. Doch verlor sie auch hier an Boden, sie fiel vom 3. auf den 7. Rang zurück.

Die UBS sieht das anders

Die League Tables belegen zudem eindrücklich die Vormachtstellung der grossen US-Investmentbanken, allen voran Goldman Sachs. Das Institut scheint in den wichtigsten Märkten unanfechtbar zu sein.

Wie die UBS auf Anfrage von finews.ch mitteilte, haben die League Tables für sie im Investmentbanking keine Prioriät, wichtiger sei der «Economic Profit». Das gesamte Geschäftsmodell sei auf die Bedürfnisse der Wealth-Management-Kunden fokussiert, das gelte auch für die Investmentbank, erklärte ein Sprecher.

Dennoch muss der Marktanteilsverlust für  den ambitiösen Orcel frustrierend sein, zumal er gewillt ist, die UBS-Investmentbank mit aller Entschiedenheit auf Kurs zu trimmen. So setzte er bereits im vergangenen Juni den Nomura-Mann William Vereker an die Spitze des M&A-Geschäfts in Europa.

Mit Andrea Orcel in die Wüste

Orcel wird seine Untergebenen in den kommenden Monaten weiterhin unermüdlich antreiben. Dazu wählte er auch schon extravagante Methoden: Letzten Sommer beorderte er sein Team in den Wüstenstaat Arizona, um es auf seine Härte zu testen.

«Wenn man 45 Grad, Klapperschlangen und die Wüste überlebt, dann kann man sich durchschlagen und gewinnen», sagte Orcel damals.

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