CS-Präsident Urs Rohner wegen neuem Mandat unter Beschuss

Urs Rohner, der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse, ist neuerdings auch Verwaltungsrat beim britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline. Das führt bereits zu Kritik.

Die Schweizer Grossbank Credit Suisse (CS) steckt mitten in einer grossen strategischen Neuausrichtung. Trotzdem findet ihr Verwaltungsrats-Präsident Urs Rohner Zeit für ein weiteres grosses Mandat.

Seit Anfang Jahr amtet er nämlich auch als Verwaltungsrat beim britischen Pharma-Konzern GlaxoSmithKline (GSK). Wie die «SonntagsZeitung» (Artikel in der Print-Ausgabe) am vergangenen Wochenende berichtete, führt das jetzt zu Kritik.

Der streitbare Dominique Biedermann, Direktor der Schweizer Aktionärsberaterin Ethos, findet offenbar wenig gefallen an Rohners neuen Aktivitäten. Es gehe nicht an, dass sich der viel beschäftigte CS-Präsident auch noch diese Aufgabe aufbürde, sagte er dem Blatt.

Abstriche beim Lohn?

Beim Protest allein lässt es Biedermann allerdings nicht bewenden, wie weiter zu lesen war. Der Ethos-Direktor droht, sich als Stimmrechts-Vertreter allenfalls für eine Kürzung von Rohners Salär bei der CS stark zu machen – und zwar, falls sich herausstellen sollte, dass dieser sein Pensum bei der Grossbank wegen des GSK-Mandats reduziere.

Die Drohung hat mehr Gewicht als auch schon. Denn dieses Jahr stimmen die Aktionäre nach dem Vorsatz der Minder-Initiative erstmals verbindlich über die Vergütungen von Verwaltungsräten ab. Dabei sah sich Rohner schon an der letzten CS-Generalversammlung mit aufmüpfigen Aktionären konfrontiert.

Unangenehme GV in Sicht

Der amerikanische Aktionärsberater Glass Lewis forderte damals gar dazu auf, Rohner nicht mehr im Amt zu bestätigen. Rohner sei dafür verantwortlich, dass Verwaltungsräte bei der Credit Suisse deutlich mehr verdienten als bei anderen Banken.

Rohner wird bei GSK mit umgerechnet 130'000 Franken für seinen Einsatz honoriert; bei der CS betrugen seine Vergütungen zuletzt rund 4,9 Millionen Franken – 6 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Alles in allem dürfte ihm mit Biedermanns Protest auch dieses Jahr ein schwieriger Auftritt an der CS-Generalversammlung bevorstehen.

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NEWS GANZ KURZ

Banco Stato

Das Dotationskapital der Tessiner Kantonalbank wird massiv von 240 auf 500 Millionen Franken ausgeweitet. Dies teilte der Kanton Tessin als Eignerin des Instituts mit.

Geldwäscherei

Das vierte GAFI-Länderexamen zur Bekämpfung der Geldwäscherei und Terrorismus-Finanzierung stellt der Schweiz ein gutes Zeugnis aus. Nur Italien und Spanien schnitten bisher besser ab. Kritisiert wurde etwa, dass hierzulande der Schwellenwert für Bargeld-Transaktionen bei 25'000 Franken liegt. Das ist mehr als der vorgesehene GAFI-Schwellenwert von 15'000 Dollar.

Swiss Life

Der Immobilienfonds von Swiss Life REF Swiss Properties kauft eine Immobilie in der Innenstadt von Basel. Damit steigt der Wert des Immobilienportfolios auf 620 Millionen Franken. Zur Finanzierung weiterer Akquisitionen will Swiss Life dem Fonds weitere 100 Millionen Franken zuführen. Dies soll über eine Kapitalerhöhung geschehen. Geplant ist die Emission neuer Anteile mit einem Bezugsverhältnis von 5:1.

Temenos

Die staatliche ägyptische Housing and Development Bank, einer der grossen Hypotheken-Institute im nahöstlichen Land mit 1,5 Millionen Kunden, ist auf das Kernbanken-System von Temenos migriert. Der Genfer Bankensoftware-Hersteller wurde dabei von der ägyptischen Partnerfirma Masaref unterstützt.

Finma

Die Eidgenössische Finanzaufsicht revidiert ihre Anforderungen an die externe und interne Auslagerung von Bankdiensten. An systemrelevante Banken werden für die Auslagerung kritischer Dienstleistungen nochmals erhöhte Anforderungen gestellt.

UBS

Die Grossbank muss nach einem Entscheid der amerikanischen Finanzbehörde Finra weitere 18,5 Millionen Dollar an Investoren in Puerto-Rico-Anleihen zahlen. Nach hohen Verlusten auf den Papieren sieht sich die Bank nicht abreissen wollenden Forderungen ausgesetzt. Laut Medienberichten ist dies die höchste Einzelzahlung, welche die UBS in dem Fall bisher leistete.

Gottex

Der angeschlagene Vermögensverwalter Gottex will den Nennwert seiner Aktien von 1 auf 0,10 Franken senken. Darüber sollen die Aktionäre am 30. Dezember an einer ausserordentlichen GV befinden. Das Unternehmen hat erst kürzlich die zweite Runde einer Rekapitalisierung abgeschlossen.

Generali

Im Verlaufe des Jahres 2017 werden zentrale Funktionen von Generali Schweiz in Adliswil ZH zusammengeführt. Dazu werden rund 100 Stellen aus Nyon VD dorthin verschoben, wie auch finews.ch berichtete. Nun hat der Versicherer ein Konsultations-Verfahren eröffnet. Die gewählte Arbeitnehmer-Vertretung startet umgehend mit den Arbeiten.

Bellevue

Der BB Healthcare Trust ist an der London Stock Exchange mit einem Volumen von 150 Millionen Pfund gelistet. Der erste Handelstag ist der 2. Dezember. Portfoliomanager des Trusts ist Bellevue Asset Management.

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